Reisebericht Sri Lanka

13.11.2018

Galle Fort, Galle (Dutch Fort - Niederlaendisches Fort - Ramparts of Galle)
Juma-Moschee
All Saints Church
Dutch Reformed Church (Groote Kerk)

 

Da wir nicht immer "nur" am Strand entlang laufen koennen (warum eigentlich nicht?), steht heute ein Ausflug zum Galle Fort auf dem Programm. Ein paar Schritte vom Apollo Hotel entfernt befindet sich eine Bushaltestelle. Um von Hikkaduwa nach Galle zu gelangen, kann man jeden Bus aufhalten. Die fahren alle dort durch (ausser natuerlich diejenigen, die in Richtung Colombo fahren ....).

Also stoppen wir den erstbesten Bus und steigen ein.

Fuer uns Europaeer sind die Zweier-Sitzbaenke etwas eng, aber die Einheimischen kommen gut klar damit (Bild 1). Die Busfahrt von Hikkaduwa nach Galle dauert grade mal 35 Minuten und kostet Rs. 44 pro Person (je nach Bus kann der Preis aber unterschiedlich sein). Wir sind mit diesem roten Pfeil gefahren (Bild 2).

Bild 1

Bild 2

Galle Fort (Dutch Fort - Niederlaendisches Fort - Ramparts of Galle)

Das Galle Fort wurde 1588 von den Portugiesen erbaut. Es war zunaechst nur ein kleines Fort aus Palmen und Schlamm. Sie nannten es Santa Cruz und erweiterten es spaeter um einen Wachturm und drei Bastionen, um den Hafen zu bewachen.

1640 griffen die Niederlaender die Portugiesen mit einer Truppe von um die 2'000 Mann an und eroberten das Fort. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden Befestigungen hinzugefuegt. Die Einrichtung bestand aus oeffentlichen Verwaltungsgebaeuden, Lager und Geschaeftshaeusern sowie Wohngebaeuden. Es kam auch eine protestantische Kirche dazu, um die zum Christentum konvertierten Kolonisten und Einheimischen zu versorgen. Die markantesten Bauwerke des Kastellkomplexes waren die Residenz des Kommandanten, das Arsenal und das Waffenhaus. Weitere Gebaeude, die in dieser Festung errichtet wurden, dienten Handels- und Verteidigungszwecken, wie Werkstaetten fuer Schreinerei, Schmiede, Seilherstellung etc. Die Niederlaender bauten auch ein ausgekluegeltes Kanalisationssystem, das  bei Flut geflutet wurde und das Abwasser ins Meer abfuehrte.

1796 uebernahmen die Briten das Fort.

Das Galle Fort, auch bekannt unter Dutch Fort (Niederlaendisches Fort) oder "Ramparts of Galle", wurde beim Tsunami vom 26.12.2004 beschaedigt, hat aber standgehalten. Inzwischen wurde es restauriert.

1988 hat die UNESCO das Dutch Fort zum Weltkulturerbe ernannt.

Wir machen uns auf zu unserem "Rundgang". Vom Busbahnhof aus sind es nur ein paar Meter bis zum Fort (Busbahnhof im Ruecken, bei der Ampel ueber die Hauptstrasse, rechts am Cricket-Platz vorbei - und dann sieht man es auch schon).

Als Erstes sticht uns die Moon Bastion ins Auge (Bild 3). Sie ist schoen anzusehen mit dem gepflegten, gruenen Rasen davor. Ein paar Schritte weiter stehen wir bereits vor dem Haupttor (Bild 4), welches erst 1873 von den Briten hinzugebaut wurde. Man beachte die gewaltige Dicke der Mauer.

Bild 3

Bild 4


Nach dem Haupttor biegen wir rechts ab und erspaehen den 1883 errichteten Uhrturm (Bild 5). Gleich daneben ist die Moon Bastion, welche wir bereits von aussen bewundert haben. Von hier oben bietet sich uns eine gute Aussicht. Wir lassen unseren Blick in Richtung Norden schweifen (Bild 6) und entdecken das Haupttor, links davon das in einem Kreisverkehr angelegte, pfeilartige Kriegerdenkmal, noch weiter links ein Teil von Cricket-Platz und natuerlich das Meer. Wir kehren uns um und machen die weisse Butterfly-Bruecke aus (Bild 7), welche sich ueber einen schmalen Meeresarm spannt.

Bild 5

Bild 6

Bild 7


Die Bruecke schaut wie ein Schmetterling aus, der seine Fluegel ausgebreitet hat. Daher auch der Name.

Wir schlendern vorwaerts, halten einige Meter spaeter nochmals an und werfen einen Blick zurueck zum Uhrturm (Bild 8). Wir goennen uns eine kurze Verschnaufspause. Und schon geht's wieder weiter auf dem grasbewachsenen Schutzwall (Bild 9).

Bild 8

Bild 9

 


Wir treffen auf verschiedene Bastionen (Bild 10). Jede hat einen anderen Namen.

Am suedlichsten Punkt des Forts befindet sich der Flag Rock, von den Hollaendern "Vlagge-Klip" genannt (Bild 11). Von hier aus wurden die einlaufenden Schiffe in den Hafen gelotst.

Bild 10

Bild 11

 


Von diesem Punkt aus hat man auch einen schoenen Blick auf den weissen Leuchtturm (Bild 12), welcher 1938 erstellt wurde. Der urspruengliche Leuchtturm von Galle, welcher 1848 durch die Briten gebaut wurde, wurde 1934 bei einem Brand zerstoert und befand sich ca. 100m vom heutigen Standort entfernt.

Die einstigen Pulverhaeuser (Bild 13).

Bild 12

Bild 13


Wir beschliessen, den Schutzwall an dieser Stelle zu verlassen und nun durch die ehemalige Kolonialstadt zu schweifen.

Juma-Moschee

Die schneeweisse Juma-Moschee (Bild 14) war frueher mal eine portugiesische Kirche.

Bild 14


Wir watscheln an der Moschee vorbei (also wieder in Richtung Flag Rock) und biegen dann rechts in die erste Strasse, die Church Street, ein (Bild 15).

In der Altstadt von Galle findet man gut erhaltene Haeuser im Kolonialstil (Bild 16). Bei anderen Haeusern, wie zum Beispiel beim Postgebaeude, kann man leider nur noch erahnen, was dies frueher fuer ein Prachtbau gewesen sein muss (Bild 17).

Bild 15

Bild 16

Bild 17

All Saints Church

Am Ende der Church Street erspaehen wir linkerhand eine Kirche, die All Saints Church, eine anglikanische Kirche. Die Kirche wurde im Jahre 1871 erstellt. Bevor hier ein Gotteshaus stand, befanden sich auf diesem Gelaende die Raeumlichkeiten des Gerichtes. An der Stelle, wo sich der heutige Altar befindet, stand frueher der Galgen ...

Von aussen ein schoenes Bild, diese Kirche (Bild 18). Da freuen wir uns doch auf das Innere.

Bild 18


Das dreiteilige Kirchenschiff ist sehr schlicht gehalten (Bild 19). Brrrr, wenn man so darueber nachdenkt, was sich da vor vielen, vielen Jahre an der Stelle vom Altar abgespielt hat .... Gedanke, geh schnell weg!

Die Buntglasfenster machen ihrem Namen alle Ehre (Bild 20). Und dann, tzja und dann kann man schon fast sagen "aussen fix und innen nix". Wie kann man ein so schoenes Gebaude innen einfach "verrotten" lassen? (Bild 21). Unverstaendlich sowas.

Bild 19

Bild 20

Bild 21

Dutch Reformed Church (Groote Kerk)

Ein paar Schritte von der All Saints entfernt, steht eine weitere Kirche, die Dutch Reformed Church bzw. Groote Kerk (Bild 22).

Bild 22


Im Jahre 1752 initiierte Kommandant Gasparus de Jong den Bau dieser Kirche. Manche Stellen sagen, es sei die Frau des Kommandanten gewesen, die den Bau der Kirche in Auftrag gegeben hat. Dies zum Dank der Geburt ihrer Tochter. Das Ehepaar war zuvor lange kinderlos geblieben. Im Jahre 1755 wurde die Kirche eingeweiht. 1760 installierte man eine gebrauchte Orgel aus Colombo. Die ca. 188 Mitglieder hatten ihre eigenen Kirchenstuehlen, die von Sklaven getragen wurden.

Ob es bei dieser Kirche genau umgekehrt ist? Aussen nix und innen fix? Wir sind gespannt und treten ein.

Auch hier ist das Innere der Kirche schlicht gehalten. Selbst bei der Kanzel koennen wir keine Verzierung ausmachen (Bild 23). An der linken Seitenwand entdecken wir dieses Schmuckstueck (Bild 24). Ob dies noch die Orgel ist, die im Jahre 1760 installiert wurde? (Bild 25) Wir wissen es nicht.

Bild 23

Bild 24

Bild 25


Wir verlassen die Groote Kerk, gehen ein paar Schritte zurueck und biegen dann links in die Queen Street ein.

Wir laufen eine Zeit lang einem ockergelben Gebaeude entlang, in welchem frueher die alten Lagerhallen der VOC waren - diese wurden beim Tsunami vom 26.12.2004 beschaedigt und lange Zeit kaum genutzt. Heute befindet sich hier das Maritime Archaeology Museum. Nun treffen wir auf das alte Tor, das aus dem Jahre 1699 stammt (Bild 26). Es ist mit dem Wappen der V.O.C. ("Vereenidge Oost-Indische Compagnie") geschmueckt (Bild 27). Dieses Wappen haben wir schon in verschiedenen asiatischen Laendern angetroffen. Auch rechts vom alten Eingangstor: ehemalige Lagerhallen der V.O.C. (Bild 28).

Bild 26

Bild 27

Bild 28


Es gaebe noch viele Strassen, die man im alten Galle ablaufen koennte. Und sicherlich auch noch viele schoene Gebaeude und herzige Restaurants/Hotel's zu bestaunen. Doch fuer uns reicht es nun. Wir halten uns immerhin schon 2 Std. 30 Min. im Galle Fort auf.

Also verlassen wir das Dutch Fort durch den Haupteingang und laufen zum Busbahnhof von Galle, welcher keine 5 Minuten entfernt liegt.

Wir erkundigen uns, welcher Bus in Hikkaduwa haelt und steigen beim entsprechenden Bus ein. Kaum sind wir drin, bewegt sich der Bus auch schon rueckwaerts. Super, es geht schon los. Denken wir. Aber da haben wir falsch gedacht. Nach nicht mal einem Meter, faehrt der Bus wieder vorwaerts, dann nach einer Weile wieder etwas zurueck (so als ob er abfahren wuerde, damit die Leute schnell angerennt kommen und noch dazusteigen). Dann wieder vor - zurueck - vor etc. etc. Dieses vor und zurueck dauerte mehr als 5 Minuten ....

Um 14:00 Uhr faehrt der Bus dann doch endlich los und bringt uns in 35 Minuten zurueck nach Hikkaduwa (Rs. 50 pro Person).

Es ist ein schoener Ausflug gewesen, mehr aber auch nicht.

 

 

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