Reisebericht Sri Lanka

05.11.2018

Colombo

Chatham Street Lighthouse Clock Tower (Uhrturm/Leuchtturm)

Aaah, wir haben herrlich geschlafen. Noch einmal genuesslich strecken, dann eine erfrischende Dusche und schon sind wir bereit fuer das Fruehstueck. Wir haben das Zimmer inklusive Morgenessen gebucht. Also fahren wir mit dem Lift rauf in den 5. Stock. Jaaa, ok. Die 2 Stockwerke koennte man auch laufen. Aber ohne vorher eine Tasse Kaffee geschluerft zu haben - ne, ne, da geht nichts. Zudem sind wir ja auch nicht mehr die Allerjuengsten ... (zumindest einer von uns . . . hi, hi, hi . . .).

Das Fruehstueck kann sich sehen lassen (Bild 1).

Bild 1

Die Auswahl ist gross. Neben Toast, Butter, Confi, Eier, gibt es auch sehr leckeres Dhal und weitere sri-lankische Koestlichkeiten. Der Kaffee ist (noch) gewoehnungsbeduerftig. Tee, Saft und frische Fruechte gibt's natuerlich auch. Wir geniessen das Fruehstueck. Heute ist's leider nichts mit auf der Terrasse essen, denn der Himmel weint. Warum auch immer (wir haben doch gestern alles aufgegessen).

Colombo

Colombo liegt an der Westkueste von Sri Lanka und wird oft als deren Hauptstadt bezeichnet. Dies ist jedoch nicht korrekt, denn die Hauptstadt von Sri Lanka ist Sri Jayewardenepura Kotte (SJK). Seit 1982 befindet sich naemlich dort der Regierungssitz. SJK liegt 11 km suedoestlich von Colombo, quasi in einem Vorort davon.

Als die Briten 1815 Sri Lanka eroberten, aenderten sie die Verwaltungshauptstadt von Kandy nach Colombo. Seitdem wurde Colombo fast zwei Jahrhunderte lang als Hauptstadt des Landes genutzt (auch als die Nation 1948 unabhaengig wurde) und ist in der ganzen Welt bekannt. Aber seit 1982 ist Colombo technisch gesehen keine Verwaltungshauptstadt mehr, sondern "nur" noch das Finanzzentrum des Landes.

Colombo (die Vororte mitgezaehlt) hat ueber 2 Mio. Einwohner und ist somit die weitaus groesste Stadt von Sri Lanka. Da ist natuerlich klar, dass sich neben all den Menschen auch Fahrzeuge jeglicher Art in Colombo tummeln.

Im 19. Jahrhundert war Colombo unter dem Namen "Gartenstadt des Ostens" bekannt. Davon ist die Stadt heute meilenweit entfernt. Wir denken nicht, dass sich Colombo diesen Namen in der naechsten Zeit zurueckerobern wird.

Colombo ist in 15 Stadtbezirke unterteilt.

Wir haben uns im Stadtteil Colombo Fort "eingenistet". Dieser Teil ist das urspruengliche Kernstueck von Colombo und wurde von den jeweiligen Kolonialmaechten zu einer Festung ausgebaut. Wegen seiner historischen Bedeutung wird Colombo Fort postalisch auch als Colombo 1 bezeichnet.

Schon im 8ten Jahrhundert haben sich hier arabische Haendler angesiedelt. 1517 kamen die Portugiesen, 1656 die Hollaender, 1815 die Briten. 1948 wurde Sri Lanka unabhaengig.

Wir verlassen also unser Hotel und gehen raus auf die Strasse. Und schon toent es von ueberall her: "hello Sir, TukTuk", "very cheap" etc.etc. Ein richtiges Spiessrutenlaufen beginnt. Unser freundliches "no thank you" scheinen die TukTuk-Fahrer nicht zu hoeren. Und ist man diese endlich los, so fallen die Herren in den schwarzen Hosen, weissen Hemden und einem Handy in der Hand ueber einem her. "Hello Sir, you want blablabla". Die sind richtig laestig. Man wird sie fast nicht mehr los. Keine zwei, nein, keine einzige Minute hat man seine Ruhe. Dies ist ziemlich bis sehr nervig. Um nicht grad zu sagen, fast nicht auszuhalten.

Und bleibt man mal stehen, um im Reisefuehrer etwas nachzulesen, so steht schon wieder jemand da und will besser wissen, was wir anschauen wollen, sollen oder muessen. Grrrrrr. Die vermiesen einem echt die Lust, die Stadt und deren Sehenswuerdigkeiten zu erkunden.

Irgenwie schaffen wir es dann aber doch, noch ein bisschen in Colombo Fort herumzulaufen (Bild 2 bis Bild 4).

Bild 2

Bild 3

Bild 4


Direkt vis-a-vis von der Bastian Mawatha Busstation treffen wir auf den Floating Market (Bild 5 - im Hintergrund ist der 350 m hohe Lotus Tower zu sehen). Also ehrlich gesagt, haben wir uns den Floating Market etwas anders vorgestellt. Vielleicht muss man da am fruehen Morgen hin - aber jetzt, um 11:30 Uhr, ist nichts los. Es hat ein paar Beizli, sowie Schwan-Boote, mit denen man auf dem kleinen See herumtuempeln kann. Aber sonst? Keinerlei Haendler, die Gemuese, Fruechte oder aehnliches anbieten. Wir setzen uns in eines der Beizli und versuchen, unsere Enttaeuschung in einem Soda zu ertraenken. Man bedenke. Wir haben uns muehsam durch all diese laestigen, nervigen "Irgendwas-Anbieter" durchgekaempft, um zum Floating Market zu kommen, und dann sowas.

Langsam schlendern wir wieder zurueck in Richtung von unserem Hotel. Vorbei an ehemals wunderschoenen Kolonialgebaeuden (Bild 6). Bei einigen sind Renovationsarbeiten im Gange. Diese Gebaeude werden schon bald wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen. Oh ja, man kann sich gut vorstellen, wie prunkvoll Colombo einmal ausgeschaut haben muss.

Dieses bronzene Gebilde (Bild 7) haben wir vor einem vornehmen Hotel erspaeht.

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Chatham Street Lighthouse Clock Tower (Uhrturm)

Nanu, was ist denn das? (Bild 8) Ein Leuchtturm mitten in der Stadt? Oder doch eher ein Uhrturm? Dieses eigenartige Gebilde erhebt sich mitten auf der Kreuzung Chattham Street/Janadhipathi Mawatha und laesst sich ueberhaupt nicht von den vorbeifahrenden Autos stoeren.

Bild 8


Der von Lady Steinberg Ward und Herrn J. F. Churchill (stellvertretender Ingenieur der Abteilung fuer oeffentliche Arbeiten) entworfene Uhrturm wurde am 25. Maerz 1857 feierlich eroeffnet. Und zwar vom Gouverneur von Ceylon, von Sir Henry George Ward. Auf der Uhr ist das Datum 1814 vermerkt, was vermutlich das Herstellungsdatum sein wird.

Der 29,2608 Meter hohe Glockenturm wurde mit einem Licht ausgestattet und diente von 1867 bis zum 22. Juli 1952 als Leuchturm. Der Turm ist auch das Zentrum, von dem aus die Entfernungen des Strassennetzes von Sri Lanka gemessen werden.

Dies wird wohl der einzige Leuchtturm auf der Welt sein, der sich im Landesinneren befindet!

Seit 1999 wird der historische Leuchtturm von der Zentralbank von Sri Lanka unterhalten.

Eigentlich wollten wir jetzt noch zum Galle Face Hotel laufen und danach noch ein paar andere Sachen anschauen gehen. Doch ein kraeftiger Regenschauer haelt uns davon ab. Wir stehen fuer ein paar Minuten unter, dann fluechten wir in ein Food Center. Als der Regen schwaecher wird, wagen wir uns wieder auf die Strasse. Ein Blick nach oben zeigt: oha, da kommt gleich noch eine Ladung. Also sprinten wir zum Hotel zurueck. Dort geniessen wir die Ruhe und lassen die ersten Eindruecke von Colombo auf uns wirken. Wir muessen feststellen, dass wir den Schalter im Kopf noch nicht ganz auf  "Sri Lanka bzw. Colombo" eingestellt haben.

Nun, Bangkok hat uns bei unserem ersten Aufenthalt dort auch nicht aus den Socken gehauen. Und heute lieben wir es. Es braucht halt alles seine Zeit.

 

 

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