Reisebericht Spanien

30.11.2017

Mirador Las Indias
Besucherzentrum vom Nationalpark La Caldera de Taburiente, El Paso
Rundwanderung
Eremita de la Virgen del Pino

Ein bisschen Bewegung wuerde uns mal wieder gut tun. Und daher ist eine kleine Rundwanderung genau das Richtige fuer Heute. Wir stiegen in unseren weissen Renault Twingo und fuhren los.

Mirador Las Indias

Kurz nach Los Canarios (Fuencaliente) legten wir beim Mirador Las Indias einen kleinen Zwischenstopp ein. Herrlich, diese Aussicht, nicht wahr? (Bild 1). Von hier aus sieht man unter anderem den Ortsteil Las Indias, den Atlantik sowie den riesigen Swimmingpool vom Hotel La Palma & Teneguia Princess. Oder sind dies gar 2 Pool's? Hmm, wer weiss. Auch gut zu sehen sind die Bananenplantagen, von denen es auf La Palma Tausende gibt.

Bild 1

Nachdem wir die grandiose Aussicht bewundert hatten, ging's weiter in Richtung El Paso.

Besucherzentrum vom Nationalpark La Caldera de Taburiente, El Paso

Etwas ausserhalb von El Paso trifft man linkerhand auf das Besucherzentrum vom Nationalpark La Caldera de Taburiente. Dort gibt es eine Ausstellung ueber die natuerlichen und kulturellen Werte des Parks, sowie diverses Infomaterial. Im Besucherzentrum kann man auch das Genehmigungsticket kaufen, um mit dem privaten Auto zum La Cumbrecita hinaufzufahren (falls es noch freie Plaetze hat und noch nicht alle ueber das Internet gebucht wurden...). Zum La Cumbrecita duerfen naemlich nur eine Handvoll Fahrzeuge fahren.

Rundwanderung


Wir stellten also unser Waegelchen auf dem Parkplatz des Besucherzentrum's ab und gingen zu Fuss weiter. Uebrigens, es gibt vor dem Zentrum auch eine Bushaltestelle, sowie ein Taxistand (Taxi's duerfen, soweit wir mitbekommen haben, ohne Einschraenkung zum La Cumbrecita fahren).

Vom Parkplatz aus liefen wir zuerst einige Meter auf der Strasse LP-302 in Richtung La Cumbrecita (Bild 2). Beim ersten Feldweg bogen wir rechts ab (Bild 3). Danach ging's weiter durch eine atemberaubende Landschaft (Bild 4).

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Es ist ein herrliches Gefuehl, auf diesem Pfad zu wandeln, der links und rechts mit natuerlichen Steinmauern begrenzt ist (Bild 5).

Selbst die Felder sind mit solchen Mauern abgesteckt (Bild 6).

Doch was sind denn dies fuer eigenartige Steinhaufen (Bild 7)? Hat hier ein Riese gespielt und sein Spielzeug liegengelassen? Oder ist dies gar ein riesiger Termitenhuegel?

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Nein, natuerlich trifft keines der beiden Sachen zu.

Vom 16. Jahrhundert an wurden die Resourcen der Waelder genutzt, bis deren Bedeutung allmaehlich zugunsten von Ackerland zurueckging. Doch das Terrain war sehr steinig. Um den Boden landwirtschaftlich zu nutzen, sammelten die Leute geduldig all die unerwuenschten Steine ein. Aus diesen erstellten sie pyramidenfoermige Steinhaufen, Mauern, Landbegrenzungen sowie Boeschungen. Diese Bauwerke sind noch heute charakteristisch fuer dieses Gebiet.

Ein weiterer Verwendungszweck dieser Steinhaufen war das Trocknen von Fruechten, wie Feigen, Kaktusfeigen, Trauben etc. Mit dieser traditionellen Technik konnte man die Fruechte konservieren und das ganze Jahr hindurch geniessen.

Nachdem dies nun geklaert war, schlenderten wir weiter. Immer wieder mussten wir jedoch stehen bleiben und die Umgebung in uns aufsaugen. Denn diese Gegend ist einfach wunderschoen (Bild 8 bis Bild 9).

Bei der ersten T-Kreuzung (Bild 10) bogen wir links ab.

Bild 8

Bild 9

Bild 10

Ab hier veraenderte sich das Aussehen des Weges (Bild 11). Aber trotzdem war es noch immer atemberaubend schoen, auf diesem zu wandern.

Etwas weiter vorne trafen wir auf eine asphaltierte Strasse, die Calle Virgen del Pino. Hier bogen wir rechts ab.

Die Strasse (Bild 12) fuehrt einem geradewegs zur Wallfahrtskirche Virgen del Pino.

Bild 11

Bild 12

Eremita de la Virgen del Pino

Dieser Abschnitt ist auf unserer Wanderung auch der einzige Teil, bei dem man in's Schwitzen kommen koennte. Es ist nicht sehr steil, aber ...

Die Wallfahrtskirche Virgen del Pino (Bild 13) wurde im Jahre 1930 eingeweiht. Hier wird die Jungfrau Maria, geweiht als Virgen del Pino verehrt (Jungfrau von der Kiefer). Den Erzaehlungen zufolge erschien um 1493 -damals hatten die Spanier La Palma erobert- das Abbild der Jungfrau Maria in der gigantischen 'Pino' (Kiefer), neben der heute die kleine Wallfahrtskirche steht. Die Kiefer soll ueber 800 Jahre alt sein. Die Legende erzaehlt ausserdem, dass bei jedem Versuch diese Kanarische Kiefer zu faellen, Blut aus den angesaegten Stellen fliesst.

Alle 3 Jahre feiert man in El Paso im August und September die "Bajada de Nuestra Senora del Pino de Virgen". Die verschiedenen Festivitaeten dauern 6 Wochen an. Das letzte Mal hat dieses Fest im Jahr 2015 stattgefunden.

Bild 13

Das Eingangsportal der Kirche (Bild 14) mit dem Holzbalkon (Bild 15) sowie dem etwas anderen Glockenturm (Bild 16).

Bild 14

Bild 15

Bild 16

Tritt man ein, so bietet sich einem der folgende Anblick (Bild 17).

Die Seitenwaende sind mit Kreuzwegbildern geschmueckt (Bild 18).

Bild 17

Bild 18

Der Blick zum Altar, etwas naeher dran (Bild 19).

Im Mittelpunkt, ein Bildnis von der "Virgen del Pino"(Bild 20).

Bild 19

Bild 20

Ein wahrhaft friedlicher Ort. Wir verliessen die Kirche wieder und gingen nach draussen.

Als unser Blick in Richtung Berge abschweifte, hatten wir das Gefuehl, dass wir durch das helle Loch direkt in den Himmel hinein blicken konnten (Bild 21) ...

Bild 21

Nun war es Zeit, unseren Weg fortzusetzen. Zuerst wieder auf der Calle Virgen del Pino, der asphaltierten Strasse. Nach einer Weile ueberquerten wir die LP-302 (wuerde man an dieser Stelle rechts abbiegen, so kaeme man zur "La Cumbrecita", wuerde man links abbiegen, so kaeme man zum Besucherzentrum zurueck). Danach passierten wir einen Picknick-Platz (Bild 22) - von diesen gibt es sehr viele auf La Palma. Teilweise mit mehreren (ueberdachten) Grillstellen, Spielplaetzen und Toiletten.

Wir spazierten ganz gemuetlich weiter. Bei der Bushaltestelle bogen wir links ab in die Calle La Rosa. Auf dieser blieben wir, bis wir rechterhand ein roetliches Gebaeude sahen. Dort bogen wir wieder links ab in die Calle El Rosal - die Strasse ist mit "Sackgasse" gekennzeichnet, dies gilt jedoch nicht fuer Spaziergaenger und Wanderer.

Bald darauf kamen wir an eine weitere Kreuzung (Bild 23). Nun die grosse Frage: rechts rauf oder geradeaus weiter auf dem kaum auszumachenden Pfad? Es ging auf dem Naturweg weiter. Dieser war zeitweise wirklich ziemlich zugewachsen (Bild 24). Aber es machte richtig Spass, sich dort durchzukaempfen - eine Sichel war jedoch (noch) nicht notwendig.

Bild 22

Bild 23

Bild 24

Wir genossen es in vollen Zuegen, durch diese herrliche Landschaft zu streifen (Bild 25). Menschen haben wir auf unserem Rundweg keine angetroffen, wohl aber weidende Kuehe (Bild 26).

Irgendwann war es dann aber vorbei mit dem herrlichen Naturpfad (Bild 27). Wir trafen wieder auf die asphaltierte Strasse LP-302 und bogen dort rechts ab in Richtung Besucherzentrum vom Nationalpark La Caldera de Taburiente, unserem Ausganspunkt der Wanderung.

Bild 25

Bild 26

Bild 27

Es war einfach herrlich, durch diese atemberaubende Natur zu wandern. Diese Stille, diese Duefte! Streng genommen war dies ja gar keine richtige Wanderung, es war eher ein Spaziergang. Bis auf den Aufstieg zur Eremita de la Virgen del Pino und noch einem Anstieg, war die Strecke flach. Die Feldwege und Pfade waren jedoch ziemlich uneben, also muss man schon gut zu Fuss sein und auch richtiges Schuhwerk tragen.

Wir haben eine Strecke von etwa 5,4 km zurueckgelegt und dafuer 2 Std. 20 Minuten gebraucht. Dazu zu sagen ist, dass wir wirklich ganz gemuetlich unterwegs waren, mit vielen Fotostopps. Zudem haben wir uns etwa 15 - 20 Minuten bei der Wallfahrtskirche aufgehalten. Diese Rundwanderung ist wirklich ganz easy.


Strecke 5,4 km
Dauer 2 Std. 20 Min.
Aufstieg 140m
Abstieg 140m

 

 

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