Reisebericht Indien

16.01.2017

Calangute / Goa

Endlich ist es soweit! Morgen werden wir das einstige Paradies, wo uebrigens schon die Beatles badeten, verlassen und es den Indern und den Russen ueberlassen.

In den letzten 24 Jahren verbrachten wir hier in Goa zusammen mit indischen oder europaeischen Freunden viele sehr schoene Stunden. Bei traumhaften Sonnenuntergaengen, frueh morgens bei einer Tasse Kaffee im  Cafe Roma beim Beobachten der Delphine, und und und. Doch dies ist nun leider alles Geschichte. Bei frueheren Spaziergaengen am Strand sprangen einem Millionen von kleinen Krabben vor den Fuessen herum, so dass man diesen immer ausweichen musste. Heutzutage muss man nun nicht mehr den Krabben, sondern der Spucke der Inder ausweichen, die ueberall so schoen gruen im Sand liegt und leuchtet.

Es gibt vieles, welches sich in Goa in den letzten Jahren veraendert hat, so dass es fuer uns hier nicht mehr stimmt. Die extreme Ruecksichtslosigkeit ist ein Punkt. Sei es im Verkehr oder auch im Haus, wo wir wohnen. Dort benehmen sich die Einheimischen (ebenfalls Touristen), als seien sie ganz alleine auf dieser Welt. Wir wollen nicht reklamieren. Nein. Denn es ist ihr Land und wir haben uns anzupassen. Aber wir haben schon etwas Muehe mit dem Dreck ueberall. Kaum eine Viertelstunde, nachdem das Treppenhaus gereinigt wurde, liegen dort schon wieder Papier, Zigarettenstummel, Essensreste etc. herum (Bild 1 bis Bild 2) und, wenn man Glueck hat, auch noch Spucke (Bild 3).

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Vor etwa 20 Jahren waren wir bei indischen Freunden zum Essen eingeladen. Shama, die Frau von Arif, warf damals einfach alles Papier und auch die Plastiksaecke zum Fenster raus. Fuer sie war das ganz selbstverstaendlich. Wir haben versucht, den beiden zu erklaeren, dass man dies nicht machen sollte. Aber sie haben nicht verstanden, was wir ihnen sagen wollten. Sie konnten weder lesen noch schreiben. Waren ganz einfache Leute, ohne grosse Bildung.

Aber heutezutage. Im Jahre 2017! Wenn man da auf dem Balkon sitzt, und der Abfall von den indischen Nachbarn an einem vorbeifliegt, da fragt man sich schon, ob man noch im richtigen Film ist (Bild 4 bis Bild 6 - bei Bild 6 handelt es sich um den Balkon eines Nachbarn). Bei diesen Leuten sollte es sich eigentlich um sogenannt "zivilisierte" Inder handeln, koennen sie sich doch einen Urlaub in Goa leisten!

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Doch waehrend diesen Ferien konnten wir durchaus auch ein paar schoene Momente auf dem Balkon geniessen. Jeden Abend so gegen 21:00 Uhr flog ca. 2 - 3 Meter vor unserer Nase ein Flughund vorbei und zog ueber dem Swimmingpool friedlich seine Runden. Leider haben wir es nie geschafft, ein Foto von ihm zu schiessen.

Zurueck zum Strand.

Schon vor 24 Jahren gab es vereinzelt Inder, die eine "Pilgerfahrt" nach Goa unternommen haben, um Frauen, die oben ohne oder gar nackt gebadet haben (Hippies), anzuglotzen. Dies vor allem an Sonntagen. Da sind sie am Morgen mit Bussen aus Mumbai (?) - oder von wo auch immer - angekommen und abends wieder zurueckgefahren. Doch jetzt, im Jahr 2017, sind es nicht mehr nur ein paar Wenige, sondern da kommen ganze Horden von Indern angerauscht. Und die kommen nicht nur fuer einen Tag nach Goa, die bleiben gleich fuer ein paar Tage. Da kommen also Tag fuer Tag massenhaft Inder an den Strand -sie sind immer in Gruppen, ganz selten mal einer alleine oder zu zweit-, glotzen die weissen Frauen an und fotografieren sie heimlich (zumindest meinen die Inder, dass man es nicht merkt). Sie fotografieren mit Iphone's (praktisch jeder Inder scheint eines zu haben) und auch mit sogenannt guten Kameras mit Zoom. Es ist ganz egal, ob die Frau gross, klein, dick, duenn, huebsch, haesslich, jung, alt, im Bikini oder "komplett angezogen" ist. Sie wird fotografiert und angeglotzt (Bild 7). Das Anglotzen ist echt schlimm und eklig - man kann es gar nicht beschreiben. Kein Laecheln, kein Flirtversuch, einfach nur glotz, glotz, sabber, sabber. Man ist oft versucht, ihnen zuzurufen: hey, hast du noch nie einen Menschen gesehen?! Manchmal koennte man den Glotzern aber auch eine reinhauen. Und nicht nur den Strandspaziergang vermiesen sie einem. Selbst auf dem Liegestuhl hat man keine Ruhe. Entweder spazieren die Gaffer zwischen den Liegenstuhl-Reihen herum und fotografieren und glotzen oder, was fast noch schlimmer ist, sie legen sich auf einen freien Liegestuehl, bestellen einen Drink oder etwas zu essen und fangen dann an zu fotografieren und zu glotzen. Man hat einfach nirgends mehr seinen Frieden. Selbst abends in den Restaurants ist man vor diesen Glotzern nicht sicher!

Bild 7

 

 


Der absolute Gipfel kommt aber noch: einmal kam Hampi vom Spaziergang am Strand zurueck. Da standen 6 Inder in Unterhosen (die meisten Inder baden in der Unterhose und laufen dann auch so herum) hinter Gaby's Liegestuhl - sie hat derweilen friedlich geschlafen - und haben sie angeglotzt. Einer hatte sogar die Hand in seiner Hose. Hampi hat die 6 wuetend angeschrien, sie seien eine Horde Affen. Daraufhin haben sich die Baenker und Manager verzogen. Ohne auch nur den geringsten Anschein von Verlegenheit.

Nein, hier stimmt es nicht mehr fuer uns. Es ist Zeit, zu gehen! Ob wir nochmals hierher kommen werden? Wir wissen es zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht...

 

 

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