Reisebericht Indien

15.11.2016

Calangute / Goa
ueber Nacht fast verarmt

Langsam aber sicher geht uns das Geld aus!

Wie es soweit kommen konnte?

Hier ist die Story dazu ... 

Als wir am Abend des 08. November 2016 schlafen gingen, besassen wir ein Barvermoegen von INR 12'000. In der Nacht geschah dann das Unfassbare: saemtliche 500er und 1000er Noten wurden fuer ungueltig erklaert - sie waren von einer Minute auf die andere nichts mehr wert. Nicht einmal mehr das Papier, auf dem sie gedruckt waren.

Doch von all dem ahnten wir nichts, als wir am 09. November aufwachten. An diesem Tage mussten wir nicht einkaufen gehen, also bekamen wir auch tagsueber davon nichts mit. Zu unserer Entschuldigung ist zu sagen, dass wir in der Wohnung kein Internet haben - und wir somit nicht up to date waren. Als wir abends ins Florentine's essen gingen, sahen wir einen Zettel beim Restaurant-Eingang. Darauf stand: "NO 500 and 1000 bills accepted". Wir schauten uns nur fragend an - dachten uns aber nichts weiter dabei. Doch dann kam der Hammer! im Restaurant drin loggten wir uns ins Internet rein - und dort haben wir gelesen, dass ueber Nacht saemtliche 500er und 1000er Noten fuer ungueltig erklaert wurden. Wir konnten es kaum fassen! Mit diesem Coup der Regierung ist unsere Barschaft naemlich grade mal auf etwa INR 2'000 zusammengeschrumpft. Kurz vor diesem Coup der Regierung hatten wir naemlich noch USD in INR umgetauscht. In der Regel bekommt man beim Geldwechsler alles 500er Noten und ein paar wenige 100er Noten. Somit sassen wir nun auf einem Haufen wertlosen 500er Noten. Eine gewisse Zeit lang kann man diese zwar in die neuen 2000er Noten umtauschen, doch dies wird sicherlich horrormaessig werden, so wie wir die indische Buerokratie kennen. 

Nach dem Essen, das wir nicht mehr richtig geniessen konnten, fuhren wir wie der Wind nach Hause. Wir schnappten uns 14 500er Noten und gingen zu unserem Scooter-Vermieter. Zuerst war er hocherfreut, als wir ihm sagten, dass wir den restlichen Betrag der Miete bezahlen wollten. Doch als er den Haufen 500er sah, wollte er diese zuerst nicht annehmen. Er erklaerte uns, dass diese nichts mehr wert seien und wir sie auf der Bank in neues Geld umtauschen gehen sollten. Wir gaben uns ganz erstaunt und taten so, als ob wir davon keine Ahnung haetten (dies ist gemein, aber ....). Lange Rede, kurzer Sinn. Schlussendlich hat er das Geld angenommen und wir waren einige von unseren 500ern los geworden. Uff, Glueck gehabt!

Dies ist uns nun wirklich noch nie passiert, dass das Geld ueber Nacht seinen Wert verloren hat. Aber wie sagt man so schoen: fuer alles gibt es ein erstes Mal ....

Am 09. und 10. November 2016 waren saemtliche ATM's ausser Betrieb und die Banken waren geschlossen. Als diese am 11. ihre Tore wieder oeffneten (die ATM's blieben noch inaktiv), gab es logischerweise eine riesige Menschenschlange vor den Eingaengen, denn alle wollten bzw. mussten Geld umtauschen. Da uns bekannt war, mit welchem Tempo in einer indischen Bank gearbeitet wird, verzichteten wir vorerst auf den Umtausch. Wir waren in der gluecklichen Lage, dass wir in den vergangenen Tagen all unsere 500er Noten bei Freunden "loswerden" konnten. Zudem hatten wir noch immer etwa INR 1'700 an kleinen Noten im Sack - verdammt, dies muss einfach reichen, bis man wieder Geld umtauschen kann, ohne stundenlang in der Hitze anzustehen. Es MUSS einfach !! 

Aber heute -15.11.2016- war es nun soweit.

Wie bereits anfangs erwaehnt, geht uns nun doch langsam das Geld aus. Deshalb machten wir uns heute auf nach Mapusa. Wir hofften, dass dort die Menschenschlangen vor den Banken etwas kleiner sein wuerden wie hier in Calangute (dies hat sich seit dem 11.11.2016 noch kein bisschen gebessert).

Doch dem war leider nicht so. Die Banken erkannte man schon von weitem. Auch in Mapusa warteten vor jeder Bank hunderte von Menschen (Bild 1 - Bild 3). 

Bild 1

Bild 2

Bild 3


Und bei denjenigen, vor denen es keine Menschenschlange hatte, hies es:  wir wechseln hier keine USD . . .  Wir haben etliche Banken in Mapusa abgeklappert - doch das Resultat war ueberall das Gleiche. Wir machten uns schon mit dem Gedanken vertraut, den Guertel etwas enger zu schnallen und nur noch ganz wenig zu essen und dabei vor allem das Positive zu sehen: mit dieser Massnahme wuerde unser Bauchumfang wengistens etwas zurueckgehen ...

Auf dem Rueckweg nach Calangute sahen wir kurz nach Mapusa, etwas versteckt, eine Bank. Davor keine Menschenseele. Hampi riss einen Vollstopp mit dem Scooter und bog ab in Richtung Bank. Wir waren schon darauf gefasst, dass man uns auch hier sagen wuerde, dass sie keine USD wechseln wuerden. Doch siehe da, die Antwort lautete: aber klar wechseln wir USD, haben Sie Ihren Pass mit dabei? Wir trauten unseren Ohren nicht, aber es war wirklich so, wir konnten (endlich) Geld wechseln.

Obwohl es bereits einige indische Kunden in der Bank drin hatte -verglichen mit den Warteschlangen vor den anderen Banken war dies jedoch rein gar nichts- wurden wir von der Managerin der Bank sofort zur Seite genommen und bedient (vielleicht sahen wir schon so ausgehungert aus, dass sie Mitleid mit uns hatte, keine Ahnung). Trotzdem dauerte der Wechsel unserer USD in INR etwa 45 Minuten. Aber dies war uns voellig egal. Wir konnten bequem sitzen, fremde Leute beobachten und, das Wichtigste, wir konnten Geld wechseln!

Gluecklich und zufrieden fuhren wir nach Calangute zurueck, bzw. gleich weiter zum Supermarkt in Candolim. Dort taetigten wir einen Grosseinkauf. Doch an der Kasse kam die Ernuechterung. Wir hatten fuer INR 892 eingekauft und wollten -logischerweise- mit einer der von der Bank erhaltenen 2000er Note bezahlen (man bekommt bei den Banken nur noch diese). Doch die Dame an der Kasse vom Supermarkt wollte die 2000er Note nicht annehmen. Begruendung: sie habe kein Wechselgeld - sie koenne uns nicht rausgeben. Wir sollten entweder mehr einkaufen oder die Note bei der Bank in kleinere Noten umtauschen. Ha, ha - guter Witz. Aber leider war dies keiner. Saemtliche Touristen und Einheimische, welche sich bereits bis an den Kassenschalter einer Bank durchgekaempft hatten, bezahlten nun mit einer 2000er Note. Und da es zwischen der 100er und der 2000er Note nichts mehr dazwischen gibt, fuehrt dies logischerweise zu Problemen beim Wechselgeld. Doch beim grossen Supermarkt hatten wir schon erwartet, dass die auf den zu erwartenden Ansturm gewappnet sein wuerden. Aber eben, dies ist Indien - da darf man nicht zuviel erwarten ...  (auch wenn man es nach all den Jahren trotzdem immer wieder macht).

So liessen wir unsere Einkaeufe stehen und verliessen etwas veraergert den Laden. Nun kam Plan B zum Zuge. Wir duesten nach Calangute zurueck und versuchten unser Glueck beim kleinen Supermarkt. Dort erkundigten wir uns zuerst, ob wir mit der 2000er Note bezahlen koennen. Die Antwort lautete: ja natuerlich. Gluecklich und zufrieden taetigten wir unsere Einkaeufe.

Der kleine Supermartk brachte es fertig, genuegend Wechselgeld bereit zu haben - der moderne, grosse Supermarkt hingegen nicht. Dort wurde man nur dumm angeschnauzt ...

Beim Nachtessen hatten wir das gleiche Problem. Auch dort hatten sie kein Wechselgeld.

Wie sagte Otto einmal so schoen: da waren sie wieder, meine 3 Probleme.

Nun haben wir endlich wieder Geld, doch ausgeben koennen wir es nicht, denn kein Schwein kann auf eine 2000er Note Wechselgeld rausgeben . . .

Mann, die naechsten Tage werden lustig werden. Die Inder wissen wirklich, wie sie einem die Ferien verderben koennen ...

 

 

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