Reisebericht Thailand

04.11.2014 Teil 1

Koh Samui

Segnung und Eroeffnung Rainbow Restaurant Cafe and Bar, Choeng Mon Beach

Rainbow Restaurant Cafe and Bar

Heute wurde uns eine ganz grosse Ehre zuteil: wir durften an der Segnung des neuen Restaurant's von Anun teilnehmen. Anun betreibt ja das bekannte Garland Samui Restaurant in Choeng Mon. Wir kennen ihn seit dem Jahr 2008. Damals fuehrte er aber noch ein kleines Beizli ausserhalb von Choeng Mon. Die neue Lokalitaet mit dem Namen "Rainbow Restaurant Cafe and Bar" ist fuer seine juengere Tochter bestimmt, welche seit Kurzem ihre Ausbildung beendet hat. Sie braucht einen ersten Job. Zudem ist heute der 23. Geburtstag von Anun's aelterer Tochter.

Puenktlich um 10:00 Uhr betraten wir das Rainbow. Einige der Anwesenden kannten wir. So Diane und James, ein amerikanisches Ehepaar, das auf Koh Samui lebt. Aber auch viele der Thailaender waren uns bekannt.

Da von den Moenchen noch nichts zu sehen war, schauten wir uns neugierig um. Ganz vorne waren 2 Tische zu einem grossen Tisch zusammen geschoben worden, auf dem eine duenne Matte wie ein Tischtuch lag. Darauf waren 5 Kissen, 5 Wasserflaschen, 5 Cola Dosen, 5 Glaeser mit je einem Strohhalm, 5 Serviettenspender, 5 Tischsets, 5 Teller, 5 Reisschuesselchen und dazu das entsprechende Besteck. Daneben stand ein weiterer, kleinerer Tisch. Da lagen die Dinge drauf, die waehrend der Zeremonie gebraucht werden wuerden. Eine Buddha Statue und Raeucherstaebchen waren auch zu sehen. Vor diesen Tischen waren die Stuehle fuer die Gaeste aufgestellt. So wie bei einer Vorfuehrung angeordnet. Zudem trugen die Thai's massenhaft Essen herbei. Hmm, dies duftete koestlich! 5 prallgefuellte Saecke waren fein saeuberlich aufgereiht. Wofuer die wohl gebraucht wuerden? Wir bemerkten auch einen dicken weissen Garnfaden, der sich durch das ganze Restaurant hindurch schlaengelte. Die Spur des Fadens endete auf dem grossen Tisch. Oder vielleicht war beim grossen Tisch auch der Anfang des Fadens. Wer weiss.

Gegen 10:10 Uhr traf Anun mit 5 Moenchen beim Rainbow Restaurant Cafe and Bar ein. Die Thai's begruessten die Moenche ehrfuerchtig. Die Moenche hockten sich auf den grossen Tisch, die anderen Anwesenden verteilten sich auf den Stuehlen davor.

Der Moench, der ganz links aussen sass, nahm den weissen Garnfaden in seine Hand, wickelte noch etwas vom Faden ab und reichte die Spule weiter. Der naechste tat das Gleiche. So war der Schluss des Fadens (oder der Anfang) nicht mehr auf dem Tisch, sondern beim letzten der 5 Moenche (Bild 1).

Bild 1


Nachdem sich ein Teil der Moenche Wasser eingeschenkt hatten, begann die Zeremonie.

Ziemlich am Anfang gab es ploetzlich einen ohrenbetaeubenden Knall. Was heisst einen. Hunderte davon gab's. Denn schliesslich mussten ja die boesen Geister vertrieben werden, um Platz fuer die guten Geister zu machen. Und dies geschieht mit dem Ablassen von "Frauenfuerzen" (Knallkoerpern). Obwohl diese Knaller erwartet wurden, sind alle gewaltig zusammengezuckt.

Waehrend ca. 30 Minuten zelebrierten die Moenche eine Art Sprechgesang. Immer wieder nahmen die Thai's an diesem Sprechgesang teil. Ein mystisches Murmeln erfuellte den Raum. Gepaart mit dem Duft von Raeucherstaebchen. Nach einem genau bestimmten Ritual wurden nach und nach verschiedene Kerzen angezuendet.

Dann wurde vor den Moenchen eine grosse Schale auf den Tisch gestellt. Nun durfte die Familie und jeder der Gaeste drei Loeffel Reis in diese Schale "werfen" (Bild 2 bis Bild 3).

Bild 2

Bild 3


Danach setzte der Sprechgesang wieder ein. Irgendwann wurde den Leuten, die am Anfang und am Ende der Stuhlreihen sassen, je ein Schaelchen mit Wasser gereicht. Man nahm sich gegenseitig an der Hand.

Nun fand die eigentliche Segnung statt. Dies war eine ziemlich feuchte Angelegenheit. Die Moenche sparten nicht mit Wasser (oder was auch immer sie dazu benuetzt hatten).

Die Gastgeber ueberreichten jedem Moench einen prallgefuellten Sack mit Geschenken sowie ein Couvert mit Geld drin. Interessant zu beobachten, dass z.B. Anun einem Moench das Couvert direkt in die Hand geben durfte, Anun's Frau hingegen nicht. Sie musste das Couvert vor dem Moench auf den Tisch bzw. auf seine ausgebreitete Robe legen und er hat es dann von dort an sich genommen.

Dies kommt daher, da es in Thailand buddhistischen Moenchen und Novizen nicht gestattet ist, Frauen zu beruehren oder von ihnen beruehrt zu werden. Sie duerfen auch nichts aus der Hand einer Frau entgegennehmen. Will eine Frau einem Moench oder einem Novizen etwas geben, so uebergibt die Frau die Gabe zunaechst einem Mann, der sie dann dem Moench weiterreicht. Oder sie macht es so, wie oben beschrieben.

Anschliessend wurde den Moenchen Speisen von grosser Fuelle und Koestlichkeit aufgetischt (Bild 4 bis Bild 6).

Bild 4

Bild 5

Bild 6


Nachdem die Moenche ihr ueppiges Mal eingenommen und ihr Schlussgebet gesprochen hatten, packten sie ihre Sachen zusammen.

An der Betonsaeule beim Eingang des Restaurants (Bild 7) "verewigte" einer der Moenche seine guten Wuensche - allerdings mit Babypuder (Bild 8)! Danach verliessen die 5 Moenche das Rainbow. Es war nun kurz vor 12:00 Uhr mittags.

Bild 7

Bild 8


Waehrend Anun die Moenche zurueck in ihr Kloster fuhr, zauberte seine Crew Tische und Stuehle herbei. Nun durften auch wir Normalsterblichen essen. Und auch uns wurde ein fuerstliches Mal vorgesetzt (Bild 9). Es war aeusserst delikat.

Bild 9


Wir druecken Anun und seiner Tochter ganz ganz fest die Daumen, dass das Rainbow Restaurant Cafe and Bar ebenso gut zum Laufen kommt, wie das Garland Samui.

Toi, toi, toi!

 

 

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