Reisebericht Philippinen

13.12.2013

Umgebung von Angeles City

Mount Pinatubo

 

Warum wir denn ueberhaupt nach Angeles City gekommen sind, obwohl uns da das gesamte Unterhaltungsangebot ueberhaupt nicht zusagt, werdet Ihr Euch fragen. Nun, die Antwort ist simpel: wegen dem Mt. Pinatubo.

Angeles City ist der Ausgangsort fuer die Pinatubo-Touren.

Mount Pinatubo

Gebucht haben wir den Ausflug an der Reception vom Swiss Chalet Hotel. Da inklusive uns nur grade 3 Personen an diesem Ausflug teilnehmen werden, mussten wir PHP 3'550 pro Person bezahlen (je mehr Teilnehmer, desto guenstiger wird der Ausflug). Im Preis eingeschlossen sind 1 Flasche Wasser (1 Liter), sowie der Lunch. Zudem wird man morgens vom Hotel abgeholt und abends wieder zurueck chauffiert.

Der 1456m hohe Mount Pinatubo ist einer der aktiven Vulkane auf den Philippinen. Die letzte Eruption des Mount Pinatubo ereignete sich am 15. Juni 1991, nach einer rund 600jaehrigen Ruhezeit. Es war eine der gewaltigsten Eruptionen des 20sten Jahrhunderts. Bis zu 40 Kilometer schossen die Eruptionswolken in die Stratosphaere und verdunkelten den Himmel. Die Finsternis des Tages wurde durch Blitze erhellt, begleitet von rollendem Donner. Dazu kamen Erdbeben, die nie enden wollten. Unglaubliche Mengen Asche und Sand gingen auf weite Gebiete rund um den Vulkan nieder. Faustgrosse Steine flogen wie Papier durch die Luft. Zudem peitschte zu dieser Zeit ein Taifun ueber den Norden der Insel Luzon hinweg. Als Folge der schweren Regenfaelle setzten sich verheerende Schlammstroeme in Bewegung. Sie brachten Bruecken zum Einsturz, schoben Haeuser beiseite und begruben ganze Doerfer unter sich. Als sich der Vulkan im September 1991 wieder beruhigte, wurde das ganze Ausmass des Ausbruchs sichtbar: fast eine Viertelmillion Menschen waren obdachlos, es gab ueber 40'000 zerstoerte Haeuser und mehrere 1'000 Hektar fruchtbares Farmland waren verwuestet. Obwohl der Ausbruch des Vulkans von den Seismologen vorhergesagt und daraufhin zehntausende Menschen evakuiert wurden, ueberlebten nahezu 900 Personen das Desaster nicht.


Damit wir heute nicht ohne Fruehstueck losziehen mussten, hatten wir uns gestern mit Toastbrot und Schmelzkaese eingedeckt. So verdrueckten wir um 04:00 Uhr morgens ungetosteten Kaesetoast (mmh lecker, sagen wir Euch!). Anstelle von Kaffee schluerften wir Cola.

Um 04:45 Uhr kam von der Reception das Telefon, dass der Fahrer hier sei. Eigentlich haette er uns erst um 05:00 Uhr abholen sollen. Er war also ueberpuenktlich.

Fuenf Minuten spaeter waren wir unten und lernten Jun, unseren Chauffeur, sowie Rudi, unseren heutigen Reisegefaehrten kennen. Rudi ist Belgier. Schnell war klar, Rudi hatte das Heu auf der gleichen Buehne wie wir. Das wuerde ein guter Tag werden.

Um 04:55 Uhr tuckerte der leuchtend gelbe Jeep los (Bild 1). Unser Pinatubo-Abenteuer hatte begonnen.

Bild 1


Ausser der Frontscheibe hatte der Jeep natuerlich keine Fenster. Dort wo bei "normalen" Auto's auch noch Fenster sind, befanden sich beim gelben Gefaehrt nur luftige Vorhaenge! Demzufolge war es waehrend der morgendlichen Fahrt ziemlich frisch, bzw. eher kalt. Aber da wir unsere Jacken dabei hatten, haben wir die Fahrt unbeschadet ueberstanden.

Wir waren bei weitem nicht die Einzigen, die zu dieser fruehen Stunde unterwegs waren. Es herrschte schon starker Verkehr.

Nach knapp einer Stunde Fahrt gab es einen riesigen Stau. Wir dachten schon, dass wir unser Ziel erreicht haetten und dass all die Fahrzeuge vor uns auch zum Pinatubo wollten. Neben den Auto's waren ganz viele Menschen auf der Strasse. Verkaufsstaende wurden aufgebaut. Viele waren schon soweit eingerichtet, dass sie bereits Waren verkaufen konnten.

Jun erklaerte uns, dass es sich hier um einen ganz normalen Freitags-Markt handelt (Bild 2 bis Bild 4). Unser Jeep, wie auch all die anderen Fahrzeuge, mussten sich regelrecht durch die Menschenmenge hindurch quetschen. Eine Schnecke haette uns doch glatt abgehaengt, so langsam waren wir unterwegs!

Bild 2

Bild 3

Bild 4


Aber irgendwann waren wir da durch und es ging in normalem Tempo weiter (wir holten die Schnecke wieder ein . . .). Um 06:05 Uhr, also nach einer Fahrt von 1 Std. 10 Min., trafen wir bei der Mt. Pinatubo Registrierungs-Stelle ein. Wir verliessen den Jeep. Wir hatten Gelegenheit, einen Kaffee zu trinken und etwas zu Essen zu kaufen. Rudi goennte sich einen Becher Kaffee. Wir verspuehrten kein Verlangen nach Kaffee. An dieser Stelle wurde der Papierkram erledigt. Grob gesagt mussten wir dort unterschreiben, dass wir auf eigenes Risiko zum Mt. Pinatubo hinauf gehen. Zudem mussten wir eine Kontaktperson im Heimatland angeben, fuer den Fall, dass .... und so weiter und so fort.

In dieser Gegend ist der Wasserbueffel ein weit verbreitetes Fortbewegungsmittel. Ob als Reittier (Bild 5) oder als Zug"pferd" (Bild 6).

Bild 5

Bild 6


Als der Papierkram erledigt war, ging es um 06:25 Uhr weiter. Aber nicht mehr mit dem schoenen gelben Jeep. Nein. Wir mussten in ein silbriges Gefaehrt umsteigen (Bild 7). Auch Jun kam nicht mehr mit. Wir bekamen einen anderen Driver und einen lokalen Fuehrer. Da sich uns beide nicht mit Namen vorgestellt hatten, wissen wir nicht, wie sie heissen.

Bild 7


Der silbrige Jeep hat die gleiche Strasse genommen, wie vorhin der Wasserbueffel. Kurz nachdem wir den 2ten Check-Point von der Armee passiert hatten, haben wir die asphaltierte Strasse verlassen. Von da an ging es ziemlich holprig weiter. Manchmal mussten wir sogar mitten durch's Wasser fahren (Bild 8). Mal war da nur wenig Wasser, mal war da ein richtiger kleiner Fluss.

Gegenueber von diesen Einheimischen (Bild 9) hatten wir es richtig gut. Wir wurden zwar durchgeschuettelt, aber dafuer konnten wir fahren. Sie hingegen mussten alles zu Fuss zurueck legen.

Wow, toll (Bild 10)! Die Landschaft versprach einiges.

Bild 8

Bild 9

Bild 10


Unsere Spuren im Sand, kann man da nur sagen (Bild 11). So wissen all die nachfolgenden Fahrzeuge wenigstens (es werden sicherlich noch welche kommen), wo genau die Strasse zum Pinatubo verlaeuft . . .
Um 06:55 Uhr gab es einen ersten Stopp. So konnten Rudi und wir Foto's schiessen. Der Driver aber musste seinem Jeep Wasser geben (und wir dachten immer, ein Jeep waere ein Auto und kein Pferd ...!).

Um uns herum nur Natur pur. Kein einziges Haus weit und breit in Sicht. Und trotzdem leben hier Menschen. Deren Behausung ist jedoch sehr einfach. Es sind Huetten, nein, Unterstaende trifft wohl eher zu, aus Bambus und Palmblaettern. Die Kinder, die hier leben, liessen sich nur allzu gerne von uns fotografieren (Bild 12). Dabei hatten sie riesigen Spass. Zudem waren sie sehr aufgeschlossen und neugierig. Wohl konnten sie nicht mehr als "good morning" und "hello" in englischer Sprache sagen, doch gingen sie offen auf uns westliche Touristen zu (Bild 13).

Bild 11

Bild 12

Bild 13


Nach 5 Minuten stiegen alle wieder in den Jeep und weiter ging's.

Das Wasser spritze nach allen Seiten, als wir diesen Fluss durchquerten (Bild 14). Dabei klopfte das Herzlein schon ein bisschen schneller. Da kamen so Gedanken auf wie "hoffentlich kennt der Fahrer diese Stelle und der Fluss wird nicht ploetzlich tiefer und wir schwimmen mitsamt dem Auto davon . . .".

Manches Mal ging es ganz schoen abwaerts (Bild 15). Der Jeep stand fast senkrecht. Nein, stimmt natuerlich nicht ganz. Aber diese Passage war wirklich sehr steil und heikel. Man schluckt schon zweimal, wenn man da runter muss. Auch wenn das Auto gelaendegaengig ist. Schliesslich kennt man den Fahrer ja nicht.

Und weiter ging die holprige Fahrt, vorbei an riesigen Felsbrocken (Bild 16).

Bild 14

Bild 15

Bild 16


Um 07:30 Uhr, also nach 65minuetiger Autofahrt, erreichten wir den "Pinatubo-Parkplatz". Wir waren die Ersten. Es stand noch kein weiteres Fahrzeug da. Von nun an ging es nur noch zu Fuss weiter.

Hhm, hier soll ein Weg durchfuehren (Bild 17)?

Na dann, auf geht's (Bild 18).

Unser namenloser Fuehrer hatte von Anfang an ein ziemliches Tempo vorgelegt. Schon bald bestand ein betraechtlicher Abstand zwischen ihm und uns Drei (Bild 19).

Bild 17

Bild 18

Bild 19


Das lag aber nicht etwa daran, dass wir so untrainiert und langsam waren. Nein, ganz und gar nicht. Wir blieben halt einfach immer wieder stehen, um die gewaltige Landschaft zu bewundern und Foto's zu schiessen (Bild 20 bis Bild 22).

Bild 20

Bild 21

Bild 22


Nachdem wir 30 Minuten unterwegs waren, gab es den ersten Zwischenstopp. Nun lag unser Ziel nur noch 5km von uns entfernt.

Und weiter ging es ueber Stock und Stein (Bild 23 bis Bild 25).

Bild 23

Bild 24

Bild 25


Nicht wenige Male mussten wir auch einen Fluss durchqueren. Da es keine Bruecken gab, huepften wir einfach von einem Stein zum anderen und gelangten so auf die andere Seite des Flusses (Bild 26).

Bei den gruen ueberdachten Unterstaenden (Bild 27) legten wir unseren zweiten Stopp ein. Da waren wir bereits wieder 40 Minuten unterwegs.

Die drei Gipfelstuermer (Bild 28).

Bild 26

Bild 27

Bild 28


Rudi erkundigte sich bei unserem Fuehrer, wie hoch denn der Mt. Pinatubo sei. Doch dieser hatte absolut keine Ahnung! Irgendwie hat uns dies nicht mal erstaunt . . .

Diese braune Tafel "sagte" uns, dass wir es nun nicht mehr weit haben werden (Bild 29). Ohne auch nur eine winzige Sekunde zu zoegern, waren wir Drei uns einig, dass wir wohl zu derjenigen Kategorie gehoerten, die 20 Minuten bis zum Krater brauchen wuerden. Vermutlich wohl eher noch mehr!

Bild 29


Doch zuerst ging es nochmals abwaerts (Bild 30)!

Wir kletterten trockene Flussbetter hinauf (Bild 31), wanderten schmalen Fluesschen entlang (Bild 32),

Bild 30

Bild 31

Bild 32


oder durch steinige Flussbetter (Bild 33).

Langsam veraenderte sich auch die Natur. Um uns herum wurde es gruener. Es gab nun nicht mehr nur Steine und Schutt, sondern auch Pflanzen (Bild 34).

Die letzten Stufen (Bild 35) . . .

Bild 33

Bild 34

Bild 35


Wir hatten es geschafft! Nach weiteren 20 Minuten sind wir um 09:15 Uhr beim Mount Pinatubo Krater eingetroffen (Bild 36).

Bild 36


Der Weg zum Krater-Rand (Bild 37).

180 steinige Treppenstufen fuehren einem zum Kratersee hinunter (Bild 38).

Der Anblick des See's von oben (Bild 39).

Bild 37

Bild 38

Bild 39


In aller Ruhe konnten wir diese grandiose Landschaft geniessen (Bild 40 bis Bild 42). Ausser uns war niemand sonst am Kratersee. Es lohnt sich halt schon, wenn man sehr frueh zu dieser Tour aufbricht. So konnten wir jedes Detail ganz bewusst tief in uns aufnehmen. Ohne stoerende Nebengeraeusche. Man konnte sich hinsetzen, auf den Kratersee blicken und intensiv die Stille der Natur geniessen. Herrlich!

Bild 40

Bild 41

Bild 42


Hampi, Gaby und Rudi (v.l.n.r.) posieren voller Stolz fuer das Erinnerungsfoto (Bild 43).

Bild 43


Es ist absolut nicht so, dass Hampi neu unter die Gfroerli gegangen und Gaby neuerdings immer heiss haette. Aber das Hemd von Hampi war so durchgeschwitzt, dass er beim Kratersee zu frieren begonnen hatte und er das Hemd gegen die schwarze Jacke austauschen musste. Das Hemd hat er an einem der Unterstaende zum Trocknen aufgehaengt.

Mit dem Wetter hatten wir grosses Glueck. Die Sonne schien zwar, doch der Himmel war stets bewoelkt. So herrschte eine angenehme Temperatur zum Wandern. Sehr feucht, aber trotzdem ok. Haette die Sonne die ganze Zeit strahlend am Himmel gestanden und voll auf uns runter gebrannt, so waere es in diesem steinigen Tal unertraeglich heiss geworden, und wir haetten einiges laenger gebraucht, um beim Krater oben anzukommen.

Nach und nach trafen weitere Tour-Gruppen ein. Zeit fuer uns, zu verschwinden.

Um 10:10 Uhr begannen wir mit dem Abstieg.

Auf dem Retourweg nahmen wir uns dann etwas mehr Zeit, um in der Gegend herum zu gucken. Wie Bild 44 zeigt, hat sich dies auch gelohnt.

20 Minuten nach Abmarsch der erste Stopp bei den Unterstaenden mit den gruenen Daechern. Hier hat es uebrigens ein Toiletten-Haeuschen (Bild 45) mit 2 Toiletten. Es sind WC's im westlichen Stil. Daneben steht ein Eimer mit Wasser zum Spuehlen. Grandios!

Auch auf dem Rueckweg blieb es uns nicht erspart, Fluesse zu ueberqueren (Bild 46). Aber mittlerweile hatten wir ja genuegend Uebung. Und ausser dem Fuehrer bekam niemand von uns nasse Fuesse! Denn wir huepften ja, wie bereits frueher erwaehnt, einfach von Stein zu Stein.

Bild 44

Bild 45

Bild 46


Man konnte sich fast nicht sattsehen (Bild 47).

Zudem kam man sich neben diesen gewaltigen Felsbrocken winzig klein vor. Man beachte auf Bild 48 das Groessen-Verhaeltnis von den riesigen Steinen zu der menschlichen Gestalt, die sich am rechten Bildrand befindet. Wie eine Ameise sieht diese Gestalt aus.

Etwa 30 Minuten vor dem Parkplatz gab es nochmals einen Stopp.

Um 11:40 Uhr waren wir zurueck bei unserem silbrigen Fahrzeug. Mittlerweile standen noch 4 weitere Jeep's auf dem "Pinatubo-Parkplatz". Wir stiegen ein. Wie zu erwarten war, wurden wir auch bei der Rueckfahrt zu der "Pinatubo Registrierungs-Stelle" massiv durchgeschuettelt. Eine ganze Stunde lang! Jun, unser erster Driver, wartete dort mit dem leuchtend gelben Jeep auf uns. Wir verabschiedeten uns vom namenlosen Fuehrer und stiegen in den gelben Jeep ein (Bild 49).

Bild 47

Bild 48

Bild 49


Unser naechstes Ziel hiess "Mittagessen". Dieses ist ja im Tour-Preis enthalten. Jun meinte, dass es dorthin nur etwa 30 Minuten zu fahren sei. Aber wir gerieten in einen gewaltigen Stau. So kamen wir erst um 13:40 Uhr beim entsprechenden Restaurant an. Wir hatten schon fast damit gerechnet, dass wir irgendwo Fastfood maessig Mittagessen wuerden. Doch weit gefehlt. Es handelte sich um ein sehr schoenes Restaurant. Jeder durfte sich aus der Speisekarte etwas auslesen. Nach einem guten Mittagessen fuhren wir um 14:25 Uhr ab in Richtung Hotel. Zuerst lieferten wir Rudi ab, danach ging es zum Swiss Chalet Hotel, wo wir um 15:30 Uhr eingetroffen sind. Zufrieden mit dem heutigen Tag, aber auch etwas muede. Waren wir doch schon seit morgens um 04:00 Uhr auf den Beinen! Aber dieses fruehe Aufstehen hatte sich definitiv gelohnt.

 

 

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