Reisebericht Thailand

23.11.2012

Lampang

Chao Pho Pratu Pha Schrein
Felsmalereien von Pratu Pha
Kiu Lom Stausee

 

Wir fahren in die Berge! Die heutigen Ziele sind um einige Hoehenkilometer weiter oben, wie Lampang. Nachdem wir die Stadt auf dem Asian Highway Nr. 1 in Richtung Ngao verlassen hatten (noerdlich), fuehrte uns unsere Fahrt durch tolle Landschaften (Bild 1 bis Bild 2). Manchmal kam schon beinahe das Gefuehl auf, als ob man in den Schweizer Bergen herumkurven wuerde. Gewaltige Felsformationen waren da zu sehen.

Bild 1

Bild 2


Der Asia Highway Nr. 1 fuehrte uns direkt zu unserem Ziel. Nach 51 km hatten wir es erreicht. Es liegt genau bei Kilometer Stein 753. Von Lampang aus kommend, befindet es sich auf der rechten Strassenseite.

Chao Pho Pratu Pha Schrein

Der Chao Pho Pratu Pha Schrein (Bild 3) ist nicht zu verfehlen. Und dies liegt nicht etwa am Wegweiser. Zum einen herrscht dort ein reger Betrieb, zum anderen erkennt man den Schrein daran, dass jedes Fahrzeug, wirklich jedes, das am Schrein vorbeifaehrt, hupt. Selbst diejenigen druecken noch auf die Hupe, die den Schrein besucht haben und dann von dort wieder wegfahren.

Chao Pho Pratu Pha, ein Waisenkind, war ein grosser Krieger. Man nennt ihn auch "Paya Mue Lek", die eisernen Arme. Er hat gegen die burmesischen Invasoren gekaempft. Unzaehlige davon hat er getoetet. Bei einem solchen Kampf brachen seine beiden Schwerter und er benuetzte seine Arme als Abwehrschilder (daher Paya Mue Lek). Doch er wurde toedlich getroffen. Als er da so stand, sterbend, mit dem Ruecken an den Felsen gelehnt, seine beiden gebrochenen Schwerter noch immer in den Haenden haltend, bekamen die Burmesen solche Angst, dass sie geflohen sind (sie dachten, dass dies ein Trick sei). Die Kaempfe endeten.
Zu Ehren des tapferen Kriegers bauten die Menschen diesen Schrein, der seitdem ein heiliger und verehrter Ort der Anbetung geworden ist.

Bild 3


Aber der Chao Pho Pratu Pha Schrein war nicht unser eigentliches Ziel. Nur fuer diesen waeren wir nicht so weit gefahren. Wir hatten von jahrtausend alten Felsmalereien gelesen. Diese interessierten uns. Doch oh weh. Wo sind sie bloss? Ueberall hatten wir gelesen, dass sie gegenueber vom Schrein zu finden seien. Also haben wir die Strasse ueberquert und sind auf die Suche gegangen. Doch lauter nichts. Wir haben sogar eine einheimische Reiseleiterin danach gefragt. Doch die wusste von nichts. So etwas gaebe es hier nicht. Mist, waren wir nun 51 km weit gefahren fuer nichts und wieder nichts? Dies konnte doch nicht sein. So beschlossen wir kurzerhand, den Armee-Angestellten, der beim Schrein positioniert war, nach den Malereien zu fragen. Jupidu. Ihm waren diese Malerein bekannt und er konnte uns sagen, wo sie zu finden sind.

Felsmalereien von Pratu Pha

Wenn man auf der Hauptstrasse in Richtung Lampang steht und den Schrein anschaut, so muss man ca. 80 bis 100 Meter nach links weg laufen. Rechterhand kommt ein mit Steinen und Beton befestigter Weg, der dem Felsen entlang fuehrt. Diesen muss man einschlagen.

Die Zeichnungen wurden zum ersten Mal 1988 von Capt. Chukiet Meechon von der Pratu Pha Militaerbasis waehrend einer Kletteruebung in den Klippen entdeckt. Da dieses Gebiet vom Militaer beansprucht wird, hatte man die Zeichnungen vermutlich bis anhin nicht entdeckt gehabt. Doch erst im Jahr 1998, also 10 Jahre spaeter, wurden entsprechende Ausgrabungen vorgenommen. Zusaetzlich zu diesen Ausgrabungen, welche eine Reihe von Skeletten und Artefakten zu Tage brachten, wurde eine Reproduktion von allen Zeichnungen vorgenommen. Die archaeologische Arbeit hat bestaetigt, dass Pratu Pha einer der bedeutendsten Ort im oberen Bereich der noerdlichen Region ist mit praehistorischen Altertumsgraebern und Felsmalereien. Das Alter der Gemaelde wird auf 3'000 Jahre geschaetzt.

In diesem Felsmassiv (Bild 4) befinden sich die Malereien.

Der Weg, der zu den Kunstwerken fuehrt (Bild 5).

Bild 4

Bild 5


Wir haben also den Weg entlang des Felsens eingeschlagen. Doch lange Zeit kam nichts. Wir dachten schon, dass der Herr uns in die falsche Richtung geschickt hatte. Trotzdem liefen wir weiter diesem gewaltigen Felsmassiv entlang. Und siehe da, ploetzlich sind wir auf die ersten Zeichnungen gestossen. Unsere Spannung stieg.

Felsen 1: der Felsen der Bergziege

Netterweise befindet sich vor der Felswand mit den Zeichnungen jeweilen eine Tafel, auf der beschrieben ist, nach was man suchen soll.

Unsere Augen waren natuerlich noch ungeuebt im Aufspuehren der einzelnen Bilder. Die Bergziege haben wir entdeckt (Bild 6). Massenhaft Haende haben wir gesehen (Bild 7 bis Bild 8). Hingegen zwei Maenner, welche ein Spiel spielen, konnten wir beim besten Willen nicht entdecken. Gemaess der Hinweistafel soll es hier eine solche Zeichnung geben.

Bild 6

Bild 7

Bild 8


Aber fuer den ersten Felsen war unsere Ausbeute nicht schlecht. Man bedenke. Du stehst vor einer riesigen Felswand, starrst diese an und versuchst, irgendwelche Figuren oder Symbole zu erkennen. Dies ist verdammt schwierig. Aber macht riesigen Spass.

Also auf zum naechsten Felsen.

Felsen 2: keine Tafel

Bei diesem Felsen ist die Tafel nicht mehr vorhanden. Aufgrund der Zeichnung (Bild 9) vermuten wir, dass es eine Szene sein muss, die mit einem praehistorisches Beerdigungsritual zusammenhaengt.

Bild 9


Felsen 3: der Felsen des Ochsen

Bei diesem Felsen kann man verschiedene Ochsen oder Kuehe sehen (Bild 10), die von menschlichen Figuren umgeben sind. Dies deutet auf die Darstellung einer Jagd hin, oder sogar auf eine rituelle Szene, bei der diese Tiere moeglicherweise Opfergaben sind. Zudem sind da noch zahlreiche andere Tiere und menschliche Figuren zu sehen, sowie verschiedene Haende.

Bild 10


Felsen 4: der Felsen des Tanzes

Hier findet man eine grosse Anzahl von menschlichen Figuren. Eine Szene koennte eine Art ritueller Tanz sein (Bild 11). Eine andere Szene zeigt einen Mann, der in Richtung von zwei Tieren rennt. Vermutlich eine Kuh und ein Ochse, die miteinander zu kaempfen scheinen. Daneben gibt es noch mehr Tiere zu sehen. Unter anderem ein Reh, ein Hase, ein grosser Vogel, eine Fledermaus und eine Maus. Zusaetzlich gibt es noch viele Zeichnungen von Haenden und anderen Figuren, von denen angenommen wird, dass sie Korn und Reis symbolisieren.

Bild 11


Felsen 5: der Felsen der stehenden Steine (Bild 12)

Hier findet man eine Darstellung von einem praehistorischen Beerdigungsritual. Zwei Figuren liegen am Boden in einer Nord-Sued-Ausrichtung. Ueber ihrer Brust sind Kreuze gezeichnet. Hinter ihnen sind zwei Steinsaeulen. Nordwestlich des Paares befinden sich weitere Steinsaeulen.

Bild 12


Felsen 6: der Felsen des Gebets (Bild 13)

In diesem Bereich findet man eine weibliche Figur, die mit ausgestreckten Armen dasteht. Dies koennte eine weitere Darstellung eines praehistorischen Rituals oder einer Zeremonie sein. Hier hat es auch viele Zeichnungen von Tieren, wie Schmetterlinge, Voegel, Eidechsen und Kuehe, sowie eine Reihe von unbekannten Symbolen.

Bild 13


Felsen 7: der Felsen der Jagd (Bild 14 bis Bild 16)

Hier wird eine praehistorische Jagdszene dargestellt. Eine menschlichliche Figur scheint eine Kuh oder einen Ochsen zu jagen, waehrend eine andere Figur dargestellt wird, wie sie auf eines der Tiere faellt. Unter anderem gibt es auch eine Zeichnung von einem Hund und einem Affen. Die dargestellte Affenart bewohnt auch heute noch die umliegenden Berge von Pratu Pha.

Bild 14

Bild 15

Bild 16


Als wir da so friedlich vor dem Felsen standen und angestrengt versuchten, die einzelnen Sujet's zu identifizieren, wurden wir ploetzlich von einem Mueckenschwarm angegriffen. Wie aus dem Nichts sind sie aufgetaucht und ueber uns hergefallen. Die schienen sehr hungrig zu sein. Vermutlich waren wir seit langem mal wieder die ersten Leute, die bis zum Felsen Nummer 7 gelaufen sind. Und so ein Festmal wollten die sich natuerlich nicht entgehen lassen. Die Muecken waren so laestig (obwohl wir uns mit Insektenspray eingerieben haben), dass wir schon beinahe fluchtartig den Rueckweg antraten. Der Felsen Nummer 7 ist zugleich auch der letzte Felsen, mit ausgeschilderten Felsmalereien.

Die Felsmalereien haben uns wirklich gut gefallen. Es war echt spannend, die einzelnen Figuren/Zeichnungen aufzuspuehren. Aber auch aeusserst schwierig.

Wir schwangen uns auf unseren Scooter und fuhren davon. Natuerlich haben auch wir gehupt. Es ging wieder zurueck in Richtung Lampang.

Kiu Lom Stausee

Etwa 35 km vor Lampang, kommt der Abzweiger zum Kiu Lom Stausee. Dieser liegt idyllisch eingebettet in einem Wald.

Die Staumauer (Bild 17 und Bild 18).

Bild 17

Bild 18


Auf dem See befinden sich viele Hausboot-Restaurant's (Bild 19). Aus einem dieser Restaurant's ertoente laute, scheussliche Musik. Dieses hatte offenbar offen. Aber wir verspuehrten absolut keine Lust, dort etwas zu trinken. Am Wochenende muss es hier von Einheimischen nur so wimmeln. Aber an einem ganz normalen Freitag ist hier tote Hose. Da es uns hier nicht besonders gut gefiel, gingen wir noch zur Toilette und machten uns dann auf den Rueckweg.

Ein kleiner Fluss etwas unterhalb des Stausees (Bild 20).

Bild 19

Bild 20


Wir fuhren auf den Asia Highway Nr. 1 zurueck und bogen in Richtung Lampang ab. Ganz gemuetlich tuckerten wir zum Hotel zurueck.

 

 

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