Reisebericht Indien

19.11.2010

Diu

Nagoa Beach
Fischerdorf Vanakbara

 

Nachdem wir uns vorgestern in Diu City umgesehen haben, moechten wir natuerlich auch die restliche Insel kennenlernen. Dazu mieteten wir heute bei A to Z Computer Cyper Cafe, Vaniya Street, Panchavti Road, Diu (Bild 1), fuer INR 150 einen Scooter (Oeffnungszeiten 09:00 Uhr - 23:00 Uhr). Um den Scooter zu mieten, wollten die nicht einmal unseren Pass sehen. Der Internationale Fuehrerausweis, sowie ein Deposit von INR 200 haben gereicht (dies hat uns erstaunt, denn wenn man in Indien in ein Internet-Cafe geht, muss man seinen Pass vorweisen . . .).

Bild 1


Zur Freude von Hampi, bekamen wir einen rosaroten Scooter (Bild 2). Anmerkung von Gaby: hi, hi, hi .... Hampi mag rosarote Scooter ganz und gar nicht.

Bild 2


Bevor wir losgefahren sind, haben wir natuerlich die Hupe ausprobiert: huuuuuuuuuuuuup, huuuuuuuuuuuuuuup! Dies ist ja hier das wichtigste Utensil an einem Fahrzeug. Die Hupe funktionierte einwandfrei. Der Ausflug konnte beginnen. Um 09:40 Uhr fuhren wir vom A to Z Shop ab. Zuerst ging es kreuz und quer durch die verwinkelten Gassen, bis wir auf die Hauptstrasse kamen. Nun fuhren wir der felsigen Suedkueste entlang (Bild 3 - 5). Es wehte eine herrliche Brise. Die frische Meerluft tat richtig gut. Ahh, war das schoen, diese klare Luft einzuatmen! Fuehlt ihr es auch?

Bild 3

Bild 4

Bild 5


Fudam war das erste Doerfchen, auf das wir trafen. Kein Dorf zu klein, eine Kirche zu haben. Die Santuario de N. Sra de Fatima Kirche (Bild 6), welche im Jahre 1667 errichtet wurde, hat zwar ziemlich Farbe verloren, aber noch immer ist sie ein imposanter Bau. Es muss schoen ausgesehen haben, als die Kirche in strahlendem Weiss in den blauen Himmel ragte. Leider war die Kirche verschlossen.

Bild 6


Und weiter ging unsere Reise. Ploetzlich sahen wir in der Ferne etwas. War dies die beruehmte Nagoa Beach, der "Inn-Strand" von Diu? Ja genau. Er war es. Wir fuhren auf den Seitenstreifen, um ein Foto zu schiessen (Bild 7). Dies hat keine Minute gedauert. Und weiter ging's.

Bild 7


Etwa 100 m spaeter, begann das Hinterrad unseres Scooters zu schwimmen . . . wir hatten einen Platten! Und dabei waren wir doch erst seit 40 Minuten unterwegs! Nun denn. Dies kann passieren. Zu zweit weiterfahren ging nicht mehr. Also musste Gaby zu Fuss Richtung Nagoa Beach laufen. Hampi fuhr mit dem Scooter ganz, ganz langsam weiter. Es war ja nicht mehr weit. Beim Nagoa Strand angekommen, versuchten wir, einen Toeff-Mech zu finden. Aber . . . Von verschiedenen Personen wurde uns mitgeteilt, dass es hier keinen Toeff-Mech geben wuerde. Wir muessten zurueck nach Diu City . . . So ein Mist! Ok, ist halt so, kann man nicht aendern. Was nun? Werkzeug gab es unter dem Sattel des Scooters leider nicht (lag dies daran, dass es ein rosaroter Scooter war . . .?). In ein TukTuk wuerden wir das Fahrzeug nicht reinbringen. Also musste eine Autoriksha her. Dort hat es fuer den Scooter und fuer uns selber Platz. Wir versuchten, so eine Riksha aufzuhalten. Aber die fuhren alle stinkfrech an uns vorbei - keine hielt an! So eine Sch.....! Und dies alles nur, weil wir wegen einem einzigen Foto zur Seite gefahren sind. Gut. Hmm. Hirn. Hirn. Was nun? Genau, das war es: wir kamen mit dem Scooter nicht nach Diu City - also musste jemand zu uns kommen. Gaby ging an die Reception des Rasal Beach Resorts und schilderte unser Problem (mittlerweile war es 11:00 Uhr). Der nette Herr, der Dienst hatte, war auch sofort bereit, das A to Z Computer Cyber Cafe anzurufen, bei dem wir den Scooter gemietet hatten (es ist immer gut, wenn man eine Visitenkarte mitnimmt). In 30 Minuten wuerde jemand von denen hier sein. Wir sollten einfach warten. Gaby bedankte sich bei dem Herrn und ging wieder nach draussen, um Hampi ueber den Stand der Dinge zu informieren. Wir parkierten den Scooter vor dem Rasal Beach Resort und gingen auf die gegenueberliegende Seite, um in einem Shop eine Cola zu trinken und zu warten.

Kurz vor 12:00 Uhr ist der Boy bei uns eingetroffen. Mit dem mitgebrachten Werkzeug hat er das Rad von unserem Scooter abmontiert und gemeint, dass er damit in 5 Minuten wieder zurueck sei! 5 Minuten. Wer's glaubt, wird seelig. Eine halbe Stunde spaeter war er dann zurueck und hat das Rad wieder angeschraubt. Jupiduh! Wir waren wieder fahrtauglich. Wir bedankten uns beim ihm. und dieser fuhr wieder nach Diu City zurueck.

Nagoa Beach

Nun wollten wir natuerlich diese Nagoa Beach etwas genauer unter die Lupe nehmen. Es ist ein schoener Strand (Bild 8 - 9). Liegestuehle oder Sonnenschirme gibt es nicht (nur die Verkaufsstaende waren mit Sonnenschirmen geschuetzt). Schattenplaetze findet man nur unter den Palmen. Dafuer hat es eine Huepfburg fuer Kinder. Parasailing wird angeboten. Man kann LKW-Reifen mieten, um damit im Meer herumzuduempeln. Zwei Wassertoeff's haben wir ebenfalls im Meer herumduesen gesehen. Zahlreiche Restaurant's gibt's an dieser Beach. Die Inder hatten offensichtlich grossen Spass am Baden im Meer (Bild 10). Wie auf dem Foto gut zu sehen ist, baden die indischen Frauen nicht in einem Badeanzug, sondern in ihren Saris.

Bild 8

Bild 9

Bild 10


Unser Strandspaziergang dauerte jedoch nicht lange. Kaum hatten wir den Strand betreten (in langen Hosen und T-Shirt), da hoerten wir auch schon "hello sir, please foto". Logo, haben wir nicht nein gesagt. Sie freuten sich ja riesig, wenn sie mit uns zusammen ein Foto machen konnten (mit der Handy-Kamera). Aber alle paar Meter wollte jemand ein Foto schiessen - nach ungefaehr 20 Mal "smile", haben wir's dann aufgegeben und sind zu unserem Scooter zurueck gegangen.

Wir haben uebrigens keinen einzigen westlichen Touristen hier gesehen. Wuerde sich hier ein westlicher Tourist - oder gar eine westliche Touristin - zum sonnenbaden in den Sand legen, dann wuerde dies ein schoener Tumult geben! Aber, es ist wirklich ein schoener Strand.
Unser Weg fuehrte uns weiter in Richtung Westen. Es ging richtig friedlich zu und her auf "unserer" Strasse (Bild 11). Ab und zu ueberholten wir einen Traktor, wie denjenigen auf Bild 12. Dieser hatte Eis geladen - hoffentlich musste er nicht mehr weit fahren, denn sonst sind seine Eisbloecke weggeschmolzen, bis er sein Ziel erreicht (wir haben ihn dann spaeter noch einmal angetroffen - er brachte die ganze Ladung an sein Ziel).

Bild 11

Bild 12

Fischerdorf Vanakbara

Am westlichen Zipfel der Insel Diu liegt das Fischerdorf Vanakbara. Obwohl es nicht am fruehen Morgen oder am Abend war, wo die Fischerboote zurueckkommen bzw. auslaufen, fuehrte uns unser Weg direkt zum Fischerhafen. Es war jetzt kurz vor 13:00 Uhr. Es lagen viele Schiffe vor Anker und es herrschte ein geschaeftiges Treiben (Bild 13). Die einen Autoriksha's brachten Plasitk-Harasse zu den Booten (Bild 14). Andere wurden mit riesigen Fischen beladen (Bild 15) - da kann man nur hoffen, dass, wenn man mal eine Riksha braucht, diese vorher nicht gerade Fische geladen hatte . . .

Bild 13

Bild 14

Bild 15


Riesige Eis-Bloecke, die einfach so auf dem Pier liegen, werden durch einen Eis-Schredder gelassen (Bild 16), um es kleinzukriegen (zu sehen links auf Bild 16). Das Eis wird dann in Saecken auf die Schiffe verladen (Bild 17).

Bild 16

Bild 17


Fleissige Frauen- bzw. Maedchenhaende sortieren die Fische (Bild 18). Danach werden sie in "Blechkoerben" abtransportiert (Bild 19). Fische, die runterfallen, werden von den aufmerksamen Maedchen auf Bild 20 sofort eingesammelt.

Bild 18

Bild 19

Bild 20


Aber auch neben dem Fischerhafen sind die Frauen fleissig. Grosse Waesche ist angesagt (Bild 21).

Bild 21


Am Fischernetz herumhantieren und dabei einen gemuetlichen Schwatz halten (Bild 22). Auch dafuer ist Zeit.

Die Prawns werden einfach mitten auf dem Pier auf einer Matte zum Trocknen ausgelegt (Bild 23).

Dieses Schiff war wohl schon etwas laenger auf See. Die Fische, die auf Deck aufgehaengt sind, sind schon alle getrocknet (Bild 24).

Bild 22

Bild 23

Bild 24


Diese drei Kinder, die im Hafen herumlungerten, riefen uns so lange zu, bis wir ein Foto von ihnen schossen (Bild 25).

Bild 25


Der Fischerhafen von Vanakbara ist ganz bestimmt ein Besuch wert. Es ist spannend, diesem geschaeftigen Treiben zuzuschauen. Und die Leute sind alle sehr freundlich.

Wir setzten unsere Inselrundfahrt fort. Auch unterwegs riefen uns die Menschen immer froehlich "hello" zu, winkten und lachten. Selbst Erwachsene. Bis auf ein paar wenige, wollten alle, dass wir Fotos von ihnen machten (Bild 26 - 28).

Bild 26

Bild 27

Bild 28


Auch die Inder auf dem Ochsenkarren winkten uns froehlich zu (Bild 29).

Wie einfach haben es doch die europaeischen Frauen mit ihren Waschmaschinen im Gegensatz zu den meisten indischen Frauen und Maedchen, fuer die Waesche waschen noch harte Handarbeit ist (Bild 30)!

Bild 29

Bild 30


Um 13:25 Uhr passierte es wieder! Wir hatten einen Platten! Wieder das Hinterrad! Aber wir hatten Glueck! Passierte es doch genau vor der Werkstatt eines Toeff-Mech's. Den Kunden, den er gerade bediente, liess er links liegen und beschaeftigte sich sofort mit unserem Hinterrad (Bild 31). Unter dem scharfen Blick von Hampi, hat er den Pneu auch kontrolliert und - er fand das Korpus Delikti (Bild 32)! Er reparierte den Reifen, wofuer wir ihm INR 20 bezahlen mussten.

Bild 31

Bild 32


Nun verspuehrten wir keine Lust mehr, noch weiter auf der Insel herumzukurven. Alle zwei bis drei Stunden einen Platten - nein danke. Und dann nur so wenige Mech's. Wir fuhren zurueck nach Diu City, wo wir unser wohlverdientes "Fruehstuck/Mittagessen" zu uns nahmen (wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt erst zwei Tassen schwarzen Kaffee im Magen).

Aber es hat uns trotzdem viel Spass gemacht, mit dem Scooter auf der Insel herumzuduesen. Man bekommt so halt schon vieles vom Alltagsleben der Einheimischen mit. Und dies ist es ja, was so ein Ausflug interessant macht. Was uns, neben der Herzlichkeit, Froehlichkeit und Offenheit der Menschen aufgefallen ist, ist, dass es auf der Insel Diu sehr, sehr viele Schulen gibt und dass diese auch gut besucht sind. Super, koennen wir da nur sagen!

 

 

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