Reisebericht Malaysia

02.12.2009 Teil 1

Tanah Rata (Cameron Highlands)

Dschungeltrip in den Cameron Highlands
Rafflesia
Schwarze Laos Skorpion

Dschungeltrip in den Cameron Highlands

Fuer heute haben wir den "Rafflesia Discovery Ausflug" bei TJ Nur Travel & Tours gebucht (MYR 88). Unter anderem einen Dschungeltrip in den Cameron Highlands. Puenktlich um 09:00 Uhr standen wir vor dem Travelbuero, von wo aus es mit einem 4x4 Jeep weiter ging. Nachdem wir das letzte Paerchen abgeholt hatten, waren wir zu zehnt, inklusive Guide.

Francis, unser Guide, fuetterte uns zuerst mit ein paar Informationen. Als erstes sei die Besichtigung der Rafflesiapflanze geplant. Dies sei eine anstrengende Strecke, bei der man ca. 45 Minuten einen steilen Berg hinauf krakseln muesse. Ob denn auch alle gutes Schuhwerk haetten (aeh ja, wir glauben schon). (Aber hatte der Typ gestern beim Ticketkauf nicht etwas von einer gemuetlichen Wanderung durch den Dschungel von ungefaehr 2 km erzaehlt?) Nun ja, wir sind nun mal hier!

Die Fahrt auf einer Teerstrasse fuehrte uns schon merklich in den tieferen Dschungel. Am Strassenrand sah man auch gut, dass es hier gestern sehr viel geregnet hatte. Nach ca. 65 Minuten bogen wir rechts auf einen kleinen Feldweg ab. Schnell wurde es immer steiler und der Jeep kaempfte sich durch den Schlamm des aufgeweichten Waldbodens (Bild 1). Bald kam das Auto nicht mehr weiter und wir mussten aussteigen (Bild 2 und Bild 3). Da standen wir nun im Schlamm und schauten zu, wie der Jeep sich auch jetzt noch nur mit Mhe hoch kaempfte. Wir durften wieder einsteigen und die Fahrt ging weiter. Nach 35 Minuten kamen wir durchgeschuettelt wie schlecht verpackte Sardinen bei einem Wendeplatz an. Von nun an ging es zu Fuss weiter.

Bild 1

Bild 2

Bild 3


Zuerst fuehrte unser Weg ueber eine Bambusbruecke (Bild 4). Schon bald wurde der Dschungelpfad immer steiler und steiler. Der Boden war voellig aufgeweicht vom Regen des Vortages, und unser Guide musste mit der Machete den Weg durch den Urwald freischlagen (Bild 5). Die Hitze und Luftfeuchtigkeit waren sehr hoch und der Weg wurde immer und immer steiler, zwei Schritte vor, einer zurueckgerutscht, so ging es weiter. Der Schweiss tropfte aus allen Poren und floss auf dem feuchten Boden als Baechlein talwaerts. Aber wir koennen alle beruhigen, die diesen Trip noch vor sich haben: es wurde nicht steiler als 90 .

Nach 90 Minuten hielt Francis an und sagte, es gehe jetzt nur noch ein kleines Stueck nach rechts und dann haetten wir es geschafft. Ok, kein Problem. Eine ca. 70 Wand bei schlammigem Boden quer entlang laufen ist ja nichts, man kann sich ja schliesslich an den dornigen Aesten festhalten (autsch)! Und der Hosenboden war ja eh schon schmutzig. (Uebrigens auch unser Guide hatte seine liebe Muehe, trotz Stiefeln mit guter Sohle.)

Bild 4

Bild 5

Rafflesia

Die Rafflesiapflanze war das Ziel unserer kleinen Wanderung durch den Urwald (Bild 6).

Bild 6


Die Rafflesiapflanzen (Bild 7) sind Vollschmarotzer. Ausserhalb der Wirtspflanze ist lediglich eine Bluete zu erkennen, die dem Boden aufliegt. Sie ahmt in Farbe und Geruch Aas nach und lockt so Insekten, vorwiegend Fliegen, zur Bestaeubung an (Bild 8). Ihre riesigen Blueten, die knapp einen Meter Durchmesser erreichen, sind die groessten Blueten im Pflanzenreich. Die Bluetenhuelle besteht aus fuenf ledrigen, bis 1 cm dicken Kronblaettern. Jedes Blatt braucht ca. vier Stunden um sich zu oeffnen.

Bild 7

Bild 8


Die hoch spezialisierten Pflanzen sind nur selten in der Natur zu finden und gelten, da sie auf ein komplex funktionierendes Oekosystem angewiesen sind, mit allen Arten als gefaehrdet.

Sie sind, je nach Art, auf ganz bestimmte Wirtspflanzen angewiesen. Werden die Wirte durch Abholzung, oder durch zu starke Begehung des Waldes beseitigt oder geschaedigt, koennen sich die Rafflesien nicht entwickeln. Die Blueten benoetigen ein gleichmaessig warmes und feuchtes Klima. Zu geringe Feuchtigkeit laesst sie vorzeitig austrocknen, zu hohe Feuchtigkeit vorzeitig verfaulen. Das Wachstum von der Knospe bis zur Bluete dauert neun Monate (Bild 9 und Bild 10). Die Bluetezeit betraegt jedoch nur vier bis sieben Tage. Hierdurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine maennliche Bluete und eine in der Naehe gelegene weibliche Bluete gleichzeitig geoeffnet sind, sehr gering. Rafflesien koennen nur durch Insekten einer bestimmten Groesse bestaeubt werden. Diese wiederum sind auch auf ein funktionierendes Oekosystem angewiesen, in dem (durch Raubtiere hinterlassenes) Aas vorkommt, das sie zu ihrer Fortpflanzung benoetigen. Auch die die Samen verbreitenden Nagetiere benoetigen ein funktionierendes Oekosystem, in dem sie ausreichend Schutz und Futter finden.

Bild 9

Bild 10


So, nun hiess es den Spazierstock schnappen (Bild 11) und den Rueckweg in Angriff nehmen. Da noch ein Wasserfall auf dem Programm stand, kaempften wir uns auf einem anderen Weg talwaerts. Obwohl uns ein Orang Asli entgegen kam, der mit einer Hake Stufen in den Lehmboden schlug, war der Abstieg immer noch sehr rutschig, da man als Dritter in der Reihe schon nichts mehr von den Stufen sah.

Bild 11


Aber trotzdem fand man jetzt Zeit, die Natur und den Urwald zu geniessen. Man konnte auch den Fotoapparat in die Hand nehmen, ohne dass man damit rechnen musste, dass man ihn im Schweiss ertraenkt (Bild 12 - Bild 13). Nach 25 Minuten haben wir dann den Wasserfall erreicht (Bild 14), oder was auch immer das sein soll. Hier haben sich einige von unserer Truppe mit einem Bad erfrischt.

Bild 12

Bild 13

Bild 14

Schwarze Laos Skorpion

Wir haben uns auf einen Stein gesetzt und uns die Gegend angeschaut. Ploetzlich entdeckte Gaby diesen schwarzen Skorpion (Bild 15). (Der im Sonnenlicht wunderbar blau leuchtete.)

Es handelt sich hier um den Schwarzen Laos Skorpion (Heterometrus laoticus), dessen Scherenhaende gross und kraeftig sind. Mit einer Groesse von ca. 15 cm gehoert er zu den groessten Skorpionen. Er lebt im tropischen Regenwald von Suedostasien. Der Schwarze Laos Skorpion zaehlt zu den gering giftigen Skorpionen, deren Stich zwar schmerzt, vergleichbar mit einem Bienenstich, und im schlimmsten Fall Fieber ausloest.

Bild 15


Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter bergab und auch wieder bergauf (Bild 16). Als wir dann nach weiteren 25 Minuten Fussmarsch die Bambusbruecke sahen, waren doch einige froh, wieder am Ausgangspunkt zu sein.

Bild 16

Bild 17


Alle wieder rein in den Jeep. Die Fahrt hinunter war um keinen Deut angenehmer, wie die Fahrt rauf. Der Jeep rutschte von links nach rechts und von rechts nach links. Die Insassen touchierten mit ihren Koepfen das Dach vom Jeep. Man wurde hin und her geworfen. Aber Francis, der Guide, hatte sein Fahrzeug im Griff und wir kamen trotz Schlittel-Partie heil unten bei der Asphalt-Strasse an.

Bild 18

und das meint de chli Br:
also ich weis nd, wiso die so
umegrutscht sind - ich ha mich
eifach vo Baum zu Baum ganglet!

 

 

 

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