Reisebericht Thailand

23.12.2008 Teil 1

Mae Hong Son

Long-Neck Women

Ein Ausflug zu den "Long-Neck Women" (Langhals-Frauen) durfte natuerlich nicht fehlen. Gut ausgeruestet mit Harley-Jacke und einer thailaendischen Harley (Bild 1) fuhren wir los. Zumindest Marcel. Wir anderen mussten uns mit einfachen Jacken und einem stinknormalen Scooter begnuegen . . .

Morgens ist es ziemlich kuehl in Mae Hong Son. Da waren wir froh, hatten wir unsere warmen Sachen mit im Gepaeck. Unterwegs legten wir eine kleine Pause ein, um die Landschaft zu bewundern und Sonne zu tanken (Bild 2).

Um zu dem Long-Neck Karen Dorf zu gelangen, mussten wir verschiedene Fluesse durchqueren (Bild 3). Ne, ne, zu frueh gefreut. Wir haben natuerlich KEINE nassen Fuesse bekommen!

Unterwegs haetten wir auch noch Gelegenheit gehabt, auf einem Elefanten zu reiten. Aber dazu verspuerten wir keine Lust.

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Long-Neck Women

12km ausserhalb von Mae Hong Son sahen wir unser Ziel: das Long-Neck Karen Dorf (Bild 4). Von all den umliegenden Long-Neck-Karen-Doerfern wird dieses von den wenigsten Touristen besucht. Die Strasse dorthin ist naemlich noch nicht so gut ausgebaut, dass die Touristen carweise angekarrt werden koennen. Zum Glueck, meinen wir.

Die Haeuser sind in der Regel aus Teak Holz, Bambus und mit Daechern aus Elefantengras. Sie stehen auf Stelzen. Mit einer Leiter gelangt man ins Innere der Haeuser. Dieses ist spaerlich eingerichtet. Ein Herd, Kochutensilien, eine Matratze zum Schlafen und ein paar persoenliche Dinge. Ein Fernseher gehoert oft auch schon zur Standard-Einrichtung. Im Dorf herrscht eine friedliche Stimmung (Bild 5).

Bild 4

Bild 5


Die "Langhals-Frauen" stammen aus dem Volke der Padaung, welches urspruenglich in der Gegend um Mong Pai in Myanmar (Burma) gelebt hat. Einige aus diesem Volk sind 1988 den dortigen politischen und oekonomischen Verhaeltnissen entflohen und haben sich in Nord-Thailand angesiedelt. Es handelt sich um Fluechtlinge, deshalb ist es ihnen auch nicht erlaubt, offiziell zu arbeiten. Aber da man merkte, dass man mit diesen Fluechtlingen viel Geld machen kann, sind sie nun geduldet (es wird zwar gesagt, dass mit dem Geld aus den Eintritten Essen, medizinische Versorgung, Schulbildung etc. bestritten wird, aber wir haben da so unsere Zweifel, wieviel vom Eintrittsgeld effektiv der Bevoelkerung zu Gute kommt).

Man koennte meinen, dass die Ringe, die die Frauen um den Hals tragen, den Hals strecken wuerden. Aber dies stimmt nicht. Vielmehr ist es so, dass das Gewicht der Ringe die Muskeln rund um's Schluesselbein nach unten druecken. So entsteht der Eindruck eines laengeren Halses.

Die "Ringe" sind in der Tat eine Messing-Spirale. Die Spirale wird von Hand um den Hals gewickelt. Dies wird in der Regel durch Frauen erledigt. Messing ist ein hartes Metall, demzufolge kann dieser Prozess mehrere Stunden dauern, je nach Laenge der Spirale. Ein vollstaendiges Set von Hals-Ringen wiegt ca. 10 kg. Der vollstaendige Satz der Hals-Ringe besteht aus drei separaten Spiralen. Der Halsspirale, und einer groesseren Spirale in der Naehe der Schultern, die mit einer kleineren Spirale im 90°Winkel umwickelt ist. Aber nur wenige Frauen tragen das ganze Set.

Ringe werden auch um die Beine getragen. Um die Haut vor Beschwerden und Schuerfwunden zu schuetzen, tragen die Frauen ein Tuch darunter.

Es werden viele Geschichten erzaehlt im Zusammenhang mit der Tradition des Ringe tragens. Eine beliebte Geschichte ist, dass die Ringe zum Schutze gegen Tiger Bisse getragen wurden. Aber diese ist mit Sicherheit falsch. Es hat auch nichts mit dem Tag zu tun, an dem man geboren wurde.

Andere, eher glaubwuerdigere Geschichten, erzaehlen folgendes:

Das Tragen einer grossen Menge von Schmuck, einschliesslich Ringen, war eine Methode, das Stehlen von Wertsachen zu verhindern, da diese eingeschmolzen und am Koerper getragen wurden.

Anhand der Ringe erkannte man, zu welchem Stamm die Frauen gehoerten.

Die Ringe sind ein Status-Symbol fuer Frauen, die, der Kayan-Legende nach, die Nachkomen von ' Mother Dragon "She" ' sind.

Kurz gesagt: die Ringe repraesentieren Schoenheit, Status und Reichtum.

Gerne posieren die Einwohner mit Weissen (Bild 6 und 7). Noch lieber haben sie es allerdings, wenn man ihnen etwas abkauft.

Bild 6

Bild 7


Es bietet sich einem ein farbenfrohes und friedliches Bild, wenn man durch das Dorf schlendert (Bild 8 - 13).

Bild 8

Bild 9

Bild 10

 

Bild 11

Bild 12

Bild 13


Die Kinder freuten sich riesig ueber die Stofftiere, die wir ihnen mitgebracht hatten (Bild 14). Aber auch die Mami's, die die Tierchen fuer ihre Kinder richtiggehend ergatterten, hatten dä Plausch (Bild 15). Manchmal war man gar nicht sicher, ob die Tiere nun für die Mami's oder fuer deren Kinder bestimmt waren . . . Wir haetten noch viel mehr Tiere verteilen koennen. Aber wir haben absichtlich nicht alle mitgenommen, denn den Rest der Stofftiere moechten wir in Vietnam verteilen.

Eintritt: THB 250 p.P.

Bild 14

Bild 15

 

Am chlinä Bäär sini Meinig:


Also ich muess scho sägä, won ich vor 2 Jahr serschti Mal bi dä Longneck-Wumän gsii bin, da häts mir tuusig Mal besser gfalle, wie hüt. Jetzt isch es au i dem Dorf nur no ä Abzockerei. Früener sind d'Lüüt vil herzlicher gsii. Hüt gat's nume no um's Gäld.

Da koennen wir uns der Meinung vom chlinä Bäär nur anschliessen. Wir waren heute ziemlich enttaeuscht. Vor 5 Jahren waren wir zum ersten Mal in diesem Dorf. Da war alles noch viel herzlicher, offener, neugieriger. Heute geht es nur noch darum, dass wir unser Geld dort lassen. Das Dorf ist auch viel kleiner geworden. Aber wer zum ersten Mal hierher kommt, wird noch immer begeistert sein.

 

 

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