Reisebericht Thailand

29.02.2008

Kanchanaburi

Bruecke am Kwai
Death Railway
Don Rak War Cementery

Bruecke am Kwai

Die "Bruecke am Kwai" ist wohl der bekannteste Teil der unter dem traurigen Namen "Death Railway" bekannten Eisenbahnstrecke von Nong Pla Duk (Ratchaburi Provinz/Thailand) nach Thanbyuzayat (heutiges Myanmar). Die Eisenbahnlinie stellte im 2. Weltkrieg eine logistische Verbindung zwischen Thailand und Myanmar her. Die Geschichte der Bruecke wurde in Pierre Boules weltberuehmten Roman "Die Bruecke am Kwai" verarbeitet, der Grundlage fuer den ebenso bekannten Film bot.
Die Bruecke wurde zwischen Oktober 1941 und Mai 1942 durch Kriegsgefangene und einheimische Zwangsarbeiter unter Aufsicht der japanischen Armee erstellt. Sie war zu Kriegszeiten Ziel zahlreicher Bombardements durch Alliierte Truppen und wurde dabei mehrfach vollstaendig zerstoert. Nach dem Krieg wurde sie originalgetreu wieder aufgebaut. Sie wurde aus schwarzem Eisen gebaut, ein Material, das die Bruecke einzigartig macht.
Es fahren nur sehr wenige Zuege darueber. Deshalb kann man in aller Ruhe ueber die Bruecke schlendern (Bild 1 - 4).

Bild 1

 

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Death Railway

Auch heute noch ist ein Teil der "Death Railway" befahrbar. Man kann in Bangkok in den Zug steigen, oder erst bei der Haltestelle bei der "Bruecke am Kwai", oder sonst irgendwo auf der Strecke. Endstation ist in Nam Tok.

Die Todesstrecke ist 415km lang. Sie wurde im Jahre 1942 erbaut. "Death Railway", wie der Name schon andeutet, ist bekannt fuer ihre beruechtigte Geschichte ueber massenhafte Todesfaelle, Krankheiten, Not und koerperlichen Missbrauch unter den Kriegsgefangenen und den Zwangsarbeitern. Das Sprichwort "fuer jede Eisenbahnschwelle ein Menschenleben" ist keine Uebertreibung. Die Arbeiten mussten unter unmenschlichen Bedingungen ausgefuehrt werden. Die Schneisen in die bergige Landschaft wurden von den Kriegsgefangenen/Zwangsarbeitern von Hand geschlagen. Einer dieser Bergabschnitte war der Hellfire-Pass. Dort kann das Resultat der Arbeit noch heute besichtigt werden. Urspruenglich wurde eine 5jaehrige Bauphase eingeplant. Die Japaner hielten die Kriegsgefangenen/Zwangsarbeiter jedoch dazu an, die Strecke innerhalb von 16 Monaten fertig zu stellen. So arbeiteten sie oft 14 bis 18 Stunden taeglich und erhielten nicht ausreichend Nahrung. Zudem mussten sie auch nachts arbeiten. Daher ist es wohl kaum verwunderlich, dass etwa 14'000 Kriegsgefangene und 80'000 Zwangsarbeiter dies mit ihrem Leben bezahlen mussten. Die beiden Kriegsgedenkstaetten "Don-Rak" und "Chong-Kai" haben ihnen ein unvergessliches Denkmal gesetzt, um an diesen schrecklichen Teil der asiatischen Kriegsgeschichte zu erinnern.

Wir haben uns mit unserem Scooter aufgemacht, um nach Tham Krasae Railway Station zu fahren. Unterwegs haben wir einige Male die Schienen der Todesbahn ueberquert (Bild 5). Landschaftlich ist dies eine wunderschoene Strecke, egal ob mit dem Zug oder mit dem eigenen Fahrzeug.

Bild 5


Warum Tham Krasae Railway Station? Ganz einfach, die sogenannte "Todeskurve" befindet sich dort. Dies ist ein Teil der Strecke, wenn man diese sieht, so bringt man vor lauter staunen den Mund nicht mehr zu. So gewaltig ist dies. Die Todeskurve ist etwa 400 Meter lang. Da nur ganz wenige Zuege hier vorbeifahren, darf man ueber die eingleisige Bruecke laufen. Faszinierend an dieser Bruecke ist, dass sie freistehend ist. An keiner Stelle ist sie mit dem Felsen verbunden. Wir haben uns natuerlich auch unterhalb der Bruecke umgeschaut und waren ziemlich erstaunt, als wir sahen, wie primitiv diese gebaut wurde (Bild 6 - 7). Aber dies ist vermutlich auf den Zeitdruck zurueckzufuehren.
Als wir so ueber die Bruecke geschlendert sind (Bild 8) und die Bretter unter unseren Fuessen zum Teil recht "wackelten" oder morsch waren, kam schon ein wenig ein mulmiges Gefuehl auf, denn es ging recht steil runter. Aber es ist keines eingebrochen und wir kamen wohlbehalten am Ende der Bruecke an.

Bild 6

Bild 7

Bild 8


Vor der Bruecke, wie auch nach der Bruecke, befindet sich je ein kleiner Bahnhof. So haben Einheimische, wie auch Touristen die Moeglichkeit, mit der Eisenbahn ueber die Bruecke und somit durch die Todeskurve zu fahren. Wie wir beobachten konnten, wird dies auch genutzt.
Und da kam er auch schon. Mit einem lauten Pfiff hat sich der Zug, der heute morgen um 07:35 Uhr von der Bangkok Thonburi Railway Station abgefahren ist, angekuendigt (Zeit: 12:04 Uhr). Er legte einen kurzen Stopp ein, damit die Leute zusteigen konnten und dann kroch er, nach einem weiteren lauten Pfiff, langsam in Richtung Bruecke (Bild 9). Die Passagiere winkten uns froehlich zu. Ueberhaupt ist es ein Wunder, dass immer noch Zuege ueber dieses stoehnende und aechzende Bauwerk fahren duerfen. Die Schienen haben sich ganz schoen unter der Last des Zuges gebogen, als dieser sich darueber quaelte. Ploetzlich war auch der letzte Wagen aus unserem Blickfeld verschwunden (Bild 10). Der Zug befand sich jetzt in der 400 Meter langen Todeskurve. Nach einer Weile sahen wir ihn wieder (Bild 11), wie er sich Meter fuer Meter seinem naechsten Ziel naeherte. Auch der Bahnangestellte machte sich auf den Rueckweg, denn sein naechster Einsatz ist erst in etwa 1 1/2 Stunden. Dann kommt der Zug aus Nam Tok.

Bild 9

Bild 10

Bild 11


Wir haben uns danach aufgemacht, und die Todeskurve von der anderen Seite des Flusses in Augenschein zu nehmen. Und wieder stockte uns der Atem. Es ist ein ueberwaeltigender Anblick (Bild 12 - 14). Es sei hier nochmals gesagt: die Bruecke steht voellig frei, sie ist nirgends mit dem Felsen verbunden. Da koennen wir nur sagen: wow!

Bild 12

Bild 13

Bild 14

Don Rak War Cementery

Der Don Rak Kriegsfriedhof umfasst eine Flaeche von 27'200 Quadratmeter. Hier sind 6'982 Alliierte Kriegsgefangene begraben, die alle waehrend des Bau's der Death Railway umkamen.
Er wirkt aeusserst gepflegt. Auf jedem Grabstein befindet sich eine Plakette aus Messing, auf der Namen, Einheit, Alter und Nationalitaet des Verstorbenen geschrieben steht sowie eine persoenliche Grabinschrift (Bild 15 - 16). Der Ort wirkt friedlich.

Am Bau der Todesbahn waren folgende Nationen beteiligt:
Asiatische Zwangsarbeiter: 200'000 - davon kamen 80'000 um's Leben
Britische Kriegsgefangene: 30'000 - davon kamen 6'540 um's Leben
Hollaendische Kriegsgefangene: 18'000 - davon kamen 2'830 um's Leben
Australische Kriegsgefangene: 13'000 - davon kamen 2'710 um's Leben
Amerikanische Kriegsgefangene: 700 - davon kamen 356 um's Leben (in Amerika begraben)

Japaner und Koreaner: 15'000 davon kamen 1'000 um's Leben

Die asiatischen Zwangsarbeiter hat man jeweilen an Ort und Stelle begraben.

Bild 15

Bild 16


Ein zu empfehlender Ausflug!

 


Das meint dä chlii Bäär:
Also wänn Du in Kanchanaburi bisch so empfil ich Dir: gan lieber goge d'Todesbahn aluege, wie in Tiger-Tempel, wo ja gar ken Tempel isch!

 

 

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