Reisebericht Thailand

22.02.2008

Bangkok - Nakhon Pathom

Phra Pathom Chedi

Wir hatten beschlossen, dass wir die Tage, bis wir unsere Paesse mit dem Visum fuer Myanmar zurueckbekaemen, nicht in Bangkok verbringen wuerden.

Ein Taxi brachte uns heute morgen von der Khao San Road an den Southern Busterminal (THB 81 mit Taximeter). Dieser hatte sich seit unserer letzten Abfahrt dort total veraendert. Alles neu, fast wie in einem Flughafen - und trotzdem praktisch nichts in englischer Sprache angeschrieben. Nun denn, eine freundliche Angestellte zeigte uns, wo wir unseren Bus finden wuerden. Seltsamerweise konnte man das Ticket fuer diesen Bus nicht bei einem der vielen Ticket-Schalter kaufen. Kaum am Abfahrtsterminal angekommen, traf unser Bus auch schon ein. War sogar einer mit Klimaanlage. Wir waren die einzigen "Farangs" und wurden auch dementsprechend angestarrt. Aber an dies hatten wir uns ja schon laengst gewoehnt. Fuer THB 41 p.P. brachte uns der Bus Nr. 997 in einer guten Stunde von Bangkok nach Nakhon Pathom.

Nakhon Pathom

Nakhon Pathom liegt 56 km westlich von Bangkok. Die Stadt soll vor ueber 2000 Jahren gegruendet worden sein. Damals erstreckte sich der Golf von Siam noch weiter nordwestlich. Nakhon Pathom lag zu dieser Zeit also an der Kueste und wurde frueh die Hauptstadt eines Mon-Koenigreiches. Spaeter war die Stadt waehrend 300 Jahren nicht bewohnt. Zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert war sie das Zentrum des Dvaravati-Reiches.

Phra Pathom Chedi

Was zog uns nach Nakhon Pathom? Natuerlich der 127 Meter hohe Phra Pathom Chedi (Heiliger Chedi des Anfangs), das groesste buddhistische Bauwerk der Welt! Der Chedi ist unuebersehbar der Mittelpunkt des Ortes (Bild 1 - 2). Er ist auch im Wappen der Provinz Nakhon Pathom.

Man geht davon aus, dass der Phra Pathom Chedi im 6. Jahrhundert von Theravada-Buddhisten erbaut wurde. Im 11. Jahrhundert wurde Nakhon Pathom von den Khmer eingenommen, die einen Prang auf das Bauwerk setzten. Die Burmesen zerstoerten den Chedi im Jahre 1057. Danach geschah nichts mehr mit diesem Bauwerk, bis Koenig Mongkut im Jahre 1860 einen groesseren Chedi darueberbauen liess (Bild 3). Spaeter wurden vier Viharns, ein Bot und eine Nachbildung des urspruenglichen Chedis hinzugefuegt. Um den heutigen Chedi befindet sich ein Wandelgang, der an der Aussenseite mit unzaehligen Buddhafiguren versehen ist.

Bild 1

 

Bild 2

Bild 3


Am Hauptzugang (Nordseite) begruesst einem ein Riesenbuddha (Bild 4).
Mit dieser Statue hat es Folgendes auf sich: Koenig Vajiravudh (Rama VI.) fand im Jahre 1909, als er noch Kronprinz war, in Si Satchanalai Bruchstuecke einer grossen Buddha-Statue, von der nur der Kopf, Haende und Fuesse unversehrt waren. Prinz Naris wurde beauftragt, die Statue zu restaurieren. Sie wurde 1913 im Wat Pho in Bangkok gegossen. Am 2. November 1915 wurde die Statue in der noerdlichen Kapelle eingeweiht. Koenig Vajiravudh gab ihr den Namen Phra Ruang Rojanaridhi Sri Indarathita Dharmobas Maha Vajiravudha Rajapujaniya Borpitra. Spaeter wurden die sterblichen Ueberreste des Koenigs im Sockel der Statue beigesetzt.

Bild 4


Ueber den ganzen Komplex verteilt traf man immer wieder auf solche orangen Stoffrollen, auf denen die Einheimischen etwas draufschrieben und eine Kleinigkeit in den danebenstehenden Spendentopf warfen. Man sagte uns, dass dies Glueck bringen wuerde. Auch wir haben uns verewigt (Bild 5 - 6). Wir gehen davon aus, dass diese Stoffrollen spaeter einmal um den Chedi gewickelt werden (siehe oberer Teil Bild 2).

Bild 5

Bild 6


In einem der Gebaeude befindet sich ein riesiger liegender Buddha (Bild 7). Vor ihm sind mehrere kleine Buddhafiguren, an denen die Einheimischen Goldblaettchen anbringen (ebenfallls Bild 7).

Bild 7


Auf die unzaehligen Buddhafiguren, die sich im Wandelgang befinden, passen kuriose Waechterfiguren auf (Bild 8 - 10). Trotz ihres harten Job's scheinen sie es lustig zu haben.

Bild 8

Bild 9

Bild 10


In naechsten Gebaeude verzauberten uns die ungewoehnlichen Wandmalereien (Bild 11).

Bild 11


Der Blick nach "draussen" liess einem den Atem anhalten: eine prachtvolle Buddhafigur aus purem Gold (?) hinter Glas (Bild 12). Aber auch die Buddha-Figur, welche sich im Vorrraum befindet, muss sich nicht verstecken (Bild 13).

Zum Schmunzeln: Wir konnten beobachten (und dies nicht zum ersten Mal), wie eine Angestellte die Lotosblumen, welche einem vor dem Gebaeude in einem Toepfli zum Kauf angeboten werden, wieder einsammelte und zurueck an den Verkaufsstand brachte . . . Dies scheint die normalste Sache der Welt zu sein!

Bild 12

Bild 13


Gestern (21.02.), am Makha Bucha Tag, muss es hier von Einheimischen nur so gewimmelt haben. Die unzaehligen Kerzentropfen am Boden und die vielen Blumen um den Chedi herum lassen dies jedenfalls vermuten (Bild 14 -15).

Der Makha Bucha Tag ist einer der wichtigsten buddhistischen Feiertage in Thailand. Er erinnert an zwei Ereignisse, die beide am gleichen Tag in einem Abstand von genau 45 Jahren stattfanden, zu Buddhas Lebzeiten. Das erste Geschehnis war ein Zusammentreffen, genau 7 Monate nachdem Buddha mit seinen Lehren begann, von 1250 Moenchen aus allen Himmelsrichtungen. Hierbei wurden diese Moenche zu Priestern geweiht. Das zweite Ereignis geschah genau 45 Jahre spaeter, als "der Erleuchtete" kurz vor seinem Tod, seine Lehren und Ansichten der Nachwelt uebergab. Beide Tage waren Vollmondtage im Monat Makha,genannt in der buddhistischen Pali-Sprache. Das Wort Bucha bedeutet in Pali: Verehrung oder zu Ehren. Der Makha Bucha Tag wird also zu Ehren Buddhas und seinen Lehren gefeiert, am Vollmondtag im dritten Mondmonat.

Bild 14

Bild 15


Am Abend haben sich rund um den Chedi herum massenhaft Ess-Staende angesiedelt. Wie sagt man so schoen? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wir haben die richtige Wahl getroffen und ein sehr feines Essen genossen (Bild 16).

Bild 16

 

 

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