Reisebericht Myanmar Burma Birma

24.03.2008 Teil 2

Mandalay

Kuthodaw Pagode (das groesste Buch der Welt)
Kyauktawgyi Pagode
Shwenandaw Kyaung

Kuthodaw Pagode

Die Kuthodaw Pagode (Bild 24) ist nicht weit vom Mandalay Hill entfernt. Sie liegt oestlich vom "Neben-Sued-Eingang". Koenig Mindon liess sie im Jahre 1859 nach dem Vorbild der Shwezigon Pagode in Bagan Nyaung U erbauen.

Bild 24


Einer der ueberdachten Eingaenge zur Pagode (Bild 25). Im Eingangsbereich waren keine Verkaufsstaende zu sehen. Nur die Leute vom Archaeologischen Department sassen dort, und wollten den "Mandalay Pass" sehen, sowie natuerlich auch unseren Pass (im Myanmar darf man nicht ohne Pass auf die Strasse gehen - diesen muss man praktisch ueberall vorweisen).

Bild 25


In alle 4 Himmelsrichtungen befindet sich eine sitzende Buddha-Figur (Bild 26).

Bild 26


An den 4 Ecken des zentralen Stupa's sitzt je ein Loewe und beobachtet wachsam seine Umgebung (Bild 27).

Bild 27


Der Name "Kuthodaw Pagode" bedeutet "729 Pagoden" - so viele sind dort naemlich in geordneten Reihen aufgestellt (Bild 28 - 29).

Bild 28

Bild 29


In jeder dieser kleinen weissen Pagoden befindet sich eine Marmortafel, in die buddhistische Lehrtexte eingemeisselt sind (Bild 30). Sie stehen senkrecht in den offenen Pagoden, so dass sie vor Regen und Sonne geschuetzt sind. Im Jahre 1860 begann man mit dem Beschriften der Marmortafeln - 1868 war man damit fertig. Die Tafeln sind beidseitig beschrieben. Diese 729 Marmortafeln werden auch "das groesste Buch der Welt" genannt.
Wissbegierig wie d chlii Br ist, hat er natuerlich sofort angefangen, die einzelnen Tafeln zu lesen (Bild 31). Aber er sah dann doch bald einmal ein, dass er viel zu lange brauchen wuerde (ca. 450 Tage 8 Std.), um jede einzelne Tafel zu lesen. Da liess er es lieber bleiben.

Bild 30

Bild 31


Zwei vogelaehnliche Gestalten wachen darueber, wer die Glocke anschlaegt (Bild 32).

Bild 32


Eintritt: im "Mandalay Pass" drin
Parkgebuehr fuer Fahrrad: K 100 p. Fahrrad

Kyauktawgyi Pagode

Schraeg gegenueber der beiden grossen Chinthe's beim Suedaufgang (Hauptaufgang) des Mandalay Hill's, befindet sich die Kyauktawgyi Pagode. In deren Eingangsbereich sind viele Handleser und Astrologen, die einem ihre Dienste anbieten.
Mit dem Bau der Pagode, der ganze 25 Jahre dauerte, begann man im Jahre 1853. Wieder war es Koenig Mindon, der den Bau in Auftrag gab.
Zum ersten Mal in's Staunen geraet man, wenn man die vielen spiegelmosaikverkleideten Saeulen sieht, die silbrig-gruen funkeln (Bild 33).

Bild 33


Das Herzstueck dieser Pagode ist eine gewaltige Buddha-Statue (Bild 34). Diese ist aus einem einzigen (!) riesigen Marmorblock gemeisselt (man stelle sich dies einmal vor). Dies ist die groesste Buddha-Figur auf der Welt, die aus einem einzigen Marmorblock gefertigt wurde. Die Statue ist 800 Tonnen schwer!
Vielleicht bekommt Ihr eine kleine Ahnung, wie riesig die Buddha-Figur ist, wenn Ihr schaut, wie mikrig der Mann auf Bild 35 neben der Statue wirkt. Und dies war nicht etwa ein Liliputaner, sondern ein Mensch in normaler Groesse.

Bild 34

Bild 35


Am gegenueberliegenden Eingang, also quasi auf der Rueckseite des Marmor-Buddha's, befindet sich ein "normaler" stehender Buddha. Dieser ist jedoch hinter Gitter.

Die Buddha-Figuren, die sich in den Nischen in den Waenden befinden, sieht man beinahe nicht, so glitzert und funkelt es um sie herum (Bild 36).

Bild 36


Die Saeulen sind sehr aufwaendig verarbeitet (Bild 37). Wieviele Mosaik-Plaettchen wurden da wohl verbraucht?

Bild 37


In der Pagode haengt auch das einzige originale Gemaelde von Koenig Mindon (Bild 38). Nun wissen wir endlich, wie der Koenig, der unzaehlige Pagoden bauen liess, ausgesehen hat.

Bild 38


"Buddha's Footprint" fehlt selbstverstaendlich auch in dieser Pagode nicht. Dieser befindet sich auf einem Sockel, der, wie koennte es auch anders sein, mit spiegelmosaikverkleideten Plaettchen versehen ist.

Diesen gewaltigen Marmor-Buddha darf man sich nicht entgehen lassen.

Eintritt: im "Mandalay Pass" drin

Shwenandaw Kyaung

Suedlich der Kuthodaw Pagode findet man das noch einzige erhaltene Gebaeude des ehemaligen Koenigspalastes. Es war urspruenglich ein Teil des Koenigspalastes in Amarapura, wurde dann nach Mandalay verlegt, wo es der Wohnbereich von Koenig Mindon wurde. In diesem Gebaeude tat Koenig Mindon 1878 nach einer laengeren Krankheit seinen letzten Atemzug. Nach dessen Tod liess sein Sohn und Nachfolger, Koenig Thibaw, das Gebaeude demontieren und verwendete das Material, um Shwenandaw Kyaung zu bauen. Der Bau, der K 120'000 verschlang, wurde am 18. November 1883 beendet. Koenig Thibaw, der, bevor er den Thron bestieg, den groessten Teil seines Lebens im Kloster verbrachte, ueberschrieb Shwenandaw Kyaung einem buddhistischen Orden und seit 31. Oktober 1883 wird dieses als Kloster genutzt. Es wird auch "das Goldene Kloster" genannt. Dies kommt daher, da das gesamte Gebaeude frueher einmal vergoldet und mit glitzernden Glasmosaikplaettchen ausgekleidet war.

Ueber eine steinerne Treppe betritt man die rund um das Kloster laufende Veranda (Bild 39).

Bild 39


Obwohl das Gebaeude aus Teakholz heute nicht mehr golden glaenzt, kann man seinen Blick fast nicht mehr von ihm abwenden (Bild 40 - 41). Diese Konstruktion des Daches, diese wunderbaren Schnitzereien, ja die ganze Anordnung des Gebaeudes . . .

Bild 40

Bild 41


Die Waende und Tueren sind kunstvoll mit geschnitzten Figuren verziert (Bild 42 - 44).

Bild 42

Bild 43

Bild 44


Im Inneren des Klosters bekommt man einen kleinen Einblick, wie es frueher ausgesehen haben muss, als alles vergoldet war.
"No ladies allowed" konnte man da lesen (dies ist neben "Donation", "take off your shoes" und "welcome" eines der wenigen Schilder in Englisch, die man in Myanmar findet). Im naeheren Umfeld dieser Buddha-Figur (Bild 45) durften sich Frauen nicht aufhalten.
Aber auch die Holzschnitzereien, die sich im Inneren des Gebaeudes befinden, bringen einem zum Staunen. Diese Feinarbeit. Einfach wahnsinnig (Bild 46).
An der Decke sind noch Spuren von Gold zu sehen (Bild 47).

Bild 45

Bild 46

Bild 47


Dieses wirklich eindrueckliche Gebaeude aus Teakholz ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Eintritt: im "Mandalay Pass" drin

 

 

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