Reisebericht Myanmar Burma Birma

12.03.2008 Teil 1

Yangon

Shwedagon Pagode
Suedaufgang
Buddha Konagamana
Tierkreispfosten
Bodhibaum
Rakhinesischer Pavillon

Mit einem Taxi fuhren wir vom Beautyland 2 Hotel zur Shwedagon Pagode (K 2'000). Um 09:00 Uhr standen wir vor ihr.

Shwedagon Pagode

Die Shwedagon Pagode (shwe = golden; shwedagon = der goldene Tempel) steht auf dem 58 m hohen Singuttara-Huegel. Die ersten Aufzeichnungen ueber eine Pagode in diesem Gebiet gehen auf 585 v. Chr. zurueck. Die Baumeister sind unbekannt. Im Laufe der Zeit entstand um den Stupa herum eine Stadt, die aber zusammen mit der Pagode wieder verfiel. Die Pagode wurde wieder errichtet und insgesamt siebenmal unter der Regierung der verschiedenen Koenige erhoeht. Erst 1446 n. Chr. ueberbaute und vergroesserte Koenig Shinsawbu die Plattform und die Pagode, die danach eine Hoehe von 35 m aufwies. Der Stupa fiel spaeter einem Erdbeben zum Opfer. 1564 veranlasste Koenig Bayinnaung, dass der beschaedigte Stupa erneut aufgebaut, vergoldet und mit einem neuen Schirm versehen wurde. Verschiedene nachfolgende Herrscher vergroesserten und verschoenerten das Heiligtum. 1768 wurde der obere Teil des Stupa's durch ein weiteres Erdbeben zerstoert. 1773 erreichte er seine heutige Hoehe von 107 m. 1776 spendete Koenig Shinbyushin einen Schirm, der mit Gold- und Silbergloeckchen behaengt war und liess ebenfalls den Stupa vergolden. Dafuer wendete er 81 kg Gold auf (was seinem Gewicht entsprach). In den Jahren 1834 - 1871 wurde durch zahlreiche Stiftungen und Sammlungen das Edelmetall fuer weitere Vergoldungen aufgebracht.
Waehrend der Zeit, in der die Englaender Yangon besetzten (ab 1824) entwickelte sich die Shwedagon Pagode zu einem von den Englaendern gefuerchteten Zentrum des Widerstands. Waehrend den grossen politischen Aktivitaeten gegen die Kolonialmacht planten die Studenten 1929 hier ihren ersten Streik. 1931 zerstoerte ein grosses Feuer zahlreiche Gebaeude auf der Plattform.

Und das ist sie nun, die weltberuehmte Shwedagon Pagode (Bild 1), das Wahrzeichen von Yangon! In ihr werden 8 Haare von Buddha Gautama, sowie der Stab von Buddha Kakusandha, ein Teil der Kleidung von Buddha Kassapa und der Wasserfilter von Buddha Konagamana aufbewahrt.
In jeder Himmelsrichtung fuehrt ein Aufgang und ein Lift hinauf (mit Ausnahme des Westaufganges, dort befindet sich anstelle des Lift's eine Rolltreppe). Oben am Ende jedes Aufgangs ist eine Andachtshalle, die jeweils einen der vier Buddha's repraesentiert. Die Treppenaufgaenge fuehren zu einer 60'000 m2 (!) grossen Plattform. In der Mitte der Plattform ragt auf einer achteckigen Basis von 500 m Umfang und 107 m Hoehe der goldene Stupa mit dem kostbarsten Schirm empor, der jemals im Lande angefertigt wurde.
Auf dem Aussenrand der Basis stehen vier groessere (jeweils an den Ecken) und 64 kleinere Stupa's. Zwischen einigen der kleineren Stupa's befindet sich eine freistehende Saeule, eine sogenannte Wimpelsaeule. An jedem der acht Ecken der Basis ist ein Platz fuer einen Planeten, der durch ein Tier dargestellt wird. Jedem Tier wird ein Wochentag zugeordnet (der Mittwoch wird aufgeteilt).
Auf der Plattform sind 64 kleinere Tempel und Andachtshallen rund um den Stupa angeordnet. Dazwischen stehen noch Opferaltaere und Pavillons zum Beten. Da man in das Innere dieses Stupa's nicht hineingehen kann, ersetzen die Andachtshallen den Innenraum. Darin sind die Heiligenfiguren, die sonst in den Tempeln untergebracht sind.
Die drei abgestuften Terrassen leiten zur Rundbandzone ueber, aus der der glockenfoermige Stupa ansteigt. Der 1,25 t schwere Schirm (bestehend aus sieben uebereinander gelagerten Schirme) wurde 1871 von Koenig Mindon gespendet. Der Schirm soll mit 1'090 Diamanten und 1'383 Rubinen und Saphiren besetzt sein und zusammen mit der "Diamantenknospe" bilden sie den Abschluss. Die "Diamantenknospe" ist ein Hohlkoerper von 25 cm Durchmesser, der mit 4'350 Diamanten und 93 anderen kostbaren Steinen besetzt ist. Am Rand des Schirms haengen 1'065 Gloeckchen aus Gold. Die Spitze bildet ein 76karaetiger Diamant. Das Gewicht der 13'000 Goldplaettchen, mit denen der Stupa verkleidet wurde, wird auf 60 t geschaetzt. Alles in allem haben der Schirm, die Windfahne und die Diamentenknospe 3'154 Goldgloeckchen sowie 79'569 Diamanten und andere wertvolle Steine.
Auf dem Gelaende befinden sich vier Fernglaeser. Wir konnten uns anstrengen wie wir wollten, aber den 76karaetigen Diamanten haben wir einfach nicht gesehen. "Nur" die goldenen Gloeckchen.

Bild 1


Wir haben die Shwedagon Pagode via Osteingang betreten.
Auf der riesigen Plattform angekommen, wurden wir mit mystischer Musik empfangen. Aber die war natuerlich nicht zu unseren Ehren. Eine Prozession mit hunderten von Personen hatte gerade angefangen (Bild 2). Die Menschenschlange wollte gar nicht mehr aufhoeren. Unzaehlige Saenften, in denen je eine Buddha-Figur auf einem Thron sass, wurden an uns vorbeigetragen. Pro Saenfte 4 Traeger. Eine fuenfte Person trug einen weissen Schirm, um die Figur vor der Sonne zu schuetzen (Bild 3).

Bild 2

Bild 3


Gerne nehmen wir Euch auf unsere Besichtigungstour mit, die wir selbstverstaendlich, wie die Myanmaren, im Uhrzeigersinn vornehmen. Als Ausgangspunkt haben wir uns den Suedaufgang ausgesucht.

Suedaufgang

Der Suedaufgang (165 Treppenstufen; es gibt auch einen Lift) wird von zwei grossen Chinthe's bewacht (Bild 4). Diese wurden im Jahre 1887 erbaut. Er ist ueberdacht (Bild 5) und in ihm befinden sich zahlreiche Laeden. Die Decke ist schoen mit Holz ausgekleidet (Bild 6).

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Buddha Konagamana

Gegenueber des Suedaufganges befindet sich die Andachtshalle (Bild 7) mit Buddha Konagamana (Bild 8). Die Decke der Halle ist reich verziert (Bild 9).

Bild 7

Bild 8

Bild 9

Tierkreispfosten

Gleich daneben ist der Tierkreispfosten fuer Personen, welche an einem Mittwoch geboren sind. Es gibt 8 Tierkreispfosten. Jedem Tier wird ein Wochentag zugeordnet.
Sonntag = Garuda
Montag = Tieger
Dienstag = Loewe
Mittwoch = Elefant mit Stosszaehnen
Donnerstag = Ratte
Freitag = Meerschweinchen
Samstag = Schlange
Mittwoch, nach 12:00 Uhr mittags = Yarhu
(Elefant ohne Stosszaehne; dieser hat mehr Kraft, wie derjenige mit Stosszaehnen)

So geht jeder zu seinem Tier, legt dort Opfergaben nieder und ueberschuettet die aufgestellte Buddhafigur, wie auch das Tier, mit Wasser. Wir haben unsere Tiere aufgespuehrt und mit Wasser uebergossen. Hampi beim Meerschweinchen (Bild 11) und Gaby beim Elefanten (Bild 10); wir haben erst spaeter herausgefunden, dass Gaby beim falschen Elefanten war - sie haette den Yarhu (also denjenigen ohne Stosszaehne) nehmen sollen . . .

Bild 10

Bild 11

Bodhibaum

Der Bodhibaum (Bild 12) wird von allen Buddhisten sehr verehrt. Dies, weil Buddha unter einem solchen Baum seine Erleuchtung empfing. Auf der Plattform gibt es 4 Stueck davon. Jeweilen ganz aussen in jeder Ecke einen. Vor jedem Bodhibaum steht eine Buddha-Figur.

Bild 12

Rakhinesische Pavillon

Der Rakhinesische Pavillon besticht durch seine prachtvollen Holzschnitzereien (Bild 13). Sein Name kommt daher, da er von Pilgern aus Rakhine gespendet wurde.
Unmittelbar daneben befindet sich die Halle mit einem 8 m langen, liegenden Buddha (Bild 14). Er ist umgeben von 5 Moenchsfiguren, die Buddha's erste Predigt hoerten und spaeter seine Juenger wurden.

Bild 13

Bild 14


Bei der naechsten Andachtshalle sind es nicht die vielen Buddha-Figuren, die einem faszinieren (Bild 15), sondern die feinen Holzschnitzereien (Bild 16).

Bild 15

Bild 16

 

 

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