Reisebericht Thailand

17.12.2006

Ratchaburi

Wat Khongkaram
Tham Chompon Hoehle
Tham Khao Bin Hoehle
Tham Kangkao Chongpran Hoehle

Guten Morgen! Seid Ihr auch schon mal hungrig und mit einem riesigen Gluscht auf eine Tasse Kaffee durch die Strassen einer Stadt gelaufen und habt einfach kein Restaurant gefunden? So ist es uns heute morgen ergangen. Als wir uns schon damit abgefunden hatten, dass wir heute Reis zum Fruehstueck essen muessten, sahen wir einen Bakery Shop, in dem es aussah, als ob man dort auch Kaffee bekommen wuerde. Halb verhungert sind wir dort hineingestuerzt. Wir brauchten eine kleine Ewigkeit, bis wir der Serviertochter erklaert hatten, dass wir gerne eine Tasse Kaffee und etwas dazu haetten. Aber mit Hilfe unseres thailaendischen Woerterbuches hat es schlussendlich doch noch geklappt. Ihr koennt Euch gar nicht vorstellen, was fuer ein feudales Fruehstueck wir bekommen haben. Der Kaffee war sensationell - besser als mancher Kaffee in der Schweiz - und das Toastbrot war bereits mit gezuckerter Butter und mit Confiture bestrichen und sogar in mundgerechte Stuecke geschnitten. Hey, da staunt Ihr aber, gell !! Und geschmeckt hat es auch noch (Bild 1). Daran koennte man sich doch glatt gewoehnen, dass einem die Toastbrote gestrichen werden . . .

Dieses aeltere Ehepaar hat uns mit seinem Tuk-Tuk den ganzen Tag herumkutschiert (Bild 2). Sind diese zwei nicht "schnuuslig? Englisch konnten sie nicht (wie so viele in Ratchaburi). Lesen ebenfalls nicht. Wir hatten die Orte, welche wir besuchen wollten, extra auf Thailaendisch aufschreiben lassen - aber dies hat in diesem Falle nichts genuetzt. Wir brauchten fremde Hilfe, um den beiden zu erklaeren, wohin wir wollten. Aber auch diese Huerde haben wir geschafft und unser Ausflug ging los.

Bild 1

Bild 2

Wat Khongkaram

Zuerst fuhren wir zum Wat Khongkaram, einem ueber 200 Jahre alten Mon-Tempel (ca. 22 km noerdlich von Ratchaburi). Bild 3 ist der Beweis, dass Marina und Gaby keinen Schritt tun koennen, ohne dass die internationale Presse mit dabei ist . . . Der Tempel ist mit einigen sehr schoenen Wandmalereien ausgestattet, die Szenen aus Buddha's Leben zeigen (Bild 4 - 5). Wie schon im Wat Tha Wet, sind dies zum Teil sehr krasse Szenen (Bild 5). Man koennte sich stundenlang in diesem Tempel aufhalten und diese Malereien studieren. Die sind wirklich imposant. Da denkt man, man haette nun alles gesehen, und ploetzlich entdeckt man wieder eine Szene, welche einem vorher gar nicht aufgefallen war. Und diese Farben! Zum Teil sind diese noch so kraeftig, dass man gar nicht glauben kann, dass diese Wandmalereien schon so alt sind. Wirklich sagenhaft. Aber irgendwann haben wir uns dann doch von diesen Bildern losgerissen. Als wir aus dem Tempel kamen, hat Gaby den linken Zoggeli vermisst. Nanu, vor einem Tempel sind uns doch noch nie Schuhe weggekommen. Was soll denn das? Sie hat sich umgeschaut und was musste sie sehen? Da knabberte doch ein kleiner Hund seelenruhig an ihrem Zoggeli - und daneben stand Hampi und hat (auch seelenruhig) eine Zigarette geraucht . . . Aber Gaby hat sich ihren linken Zoggeli mutig wieder zurueckerobert!

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Tham Chompon Hoehle

Den naechsten Halt haben wir bei der Tham Chompon (Hoehle) gemacht. Das erste, was uns dort auffiel, waren die vielen Affen, die ueberall herumliefen. Bisher hatten wir noch keine Affen gesehen. Diese mussten natuerlich zuerst ausgiebig beobachtet werden (Bild 6). Ein paar thailaendische Touristen waren gerade dabei, die Affen zu fuettern - dies war uns recht, denn so liessen uns die Affen in Ruhe.

Bild 6


Wie zwei Gipfelstuermer liessen sich Marina und Hampi vor dem Eingang der Hoehle fotografieren (Bild 7). Es war aber auch ein ziemlicher Chrampf, bis wir oben beim Eingang der Hoehle waren. Also goennen wir den beiden den Triumph. Doch kaum in der Hoehle angekommen, hat uns doch fast der Schlag getroffen! Nun waren wir so viele Treppen hochgestiegen, bis wir beim Eingang waren (wer in Asien schon mal Treppen gestiegen ist, der weiss, was fuer ein Chrampf dies ist) und jetzt ging es doch tatsaechlich wieder runter... Nun, mit uns kann man's ja machen. Also ging's wieder abwaerts. Triptrap, Triptrap. War ziemlich steil, diese Holztreppe (Bild 8). Doch der Chrampf hat sich gelohnt. Drinnen hatte es einige schoene Felsformationen (Bild 9). Wenn man bedenkt, wie lange es dauert, bis das Wasser diese Felsen so geformt hat, faszinierend.

Bild 7

Bild 8

Bild 9


Manches Mal sind ganz eigenartige Formen entstanden. Erinnert Euch dies auch an eine Hand? (Bild 10) Das Zusammenspiel mit dem Licht ist ebenfalls einmalig. Sieht schon fast ein wenig gespenstisch aus, nicht wahr? (Bild 11) Selbstverstaendlich hat es auch in dieser Hoehle mehrere Buddha-Figuren. Eine davon ist dieser liegende Buddha (Bild 12).

Bild 10

Bild 11

Bild 12

Tham Chompon Hoehle

Danach wollten wir noch die Tham Khao Bin (Hoehle) besuchen. Diese ist sehr interessant, ist sie doch vollgespickt mit Stalaktiten und Stalagmiten. Aber aus irgendwelchen Gruenden war die Hoehle geschlossen. Schade, aber konnte man nicht aendern.

Tham Kangkao Chongpran Hoehle

Unser letztes Ziel war die Tham Kangkao Chongpran. In dieser Hoehle leben einige Millionen Fledermaeuse, die jeden Tag kurz vor Sonnenuntergang in schier endlos langen Formationen aus der Hoehle ausschwaermen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Die Thailaender veranstalten hier jeden Abend beinahe ein Volksfest. Ab ca. 15:30 Uhr wird begonnen, ein Ess-Stand am anderen aufzustellen, wie auch eine Huepfburg fuer die Kinder. Kurz vor Sonnenuntergang kommen sie dann scharenweise, um zuerst den Fledermaeusen zuzuschauen, und sich danach ausgiebig den Ess-Staenden zu widmen.
Die Fledermaus-Statue jedenfalls war stolz, dass Marina und Gaby sich mit ihr fotografieren liessen (Bild 13), waren wir drei doch die einzigen Touristen an diesem Platz. Auch hier hatten wir wieder viele Treppen zu steigen (Bild 14). Unterwegs trafen wir dieses putzige Kerlchen (Bild 15). Er ist halb so gefaehrlich wie er ausschaut und hat den Weg freiwillig freigegeben, als er uns drei Musketiere sah . . .

Bild 13

Bild 14

Bild 15


Oben angekommen, genossen wir einen fantastischen Ausblick. Unter anderem sahen wir auf den Parkplatz hinunter, der minuetlich um einen Ess-Stand erweitert wurde . . . (Bild 16)
Um 17:25 Uhr ging es dann los. Die ersten Fledermaeuse kamen aus der Hoehle. Dies ist ein faszinierendes Spektakel. Zuerst sind es nur ein paar, dann kommen mehr und mehr und mehr und mehr und mehr und mehr und mehr . . . (Bilder 17 - 19) Der Himmel faerbt sich beinahe schwarz. Man sagt, die Fledermaeuse fliegen in absolut festgelegter Reihenfolge aus - ob dies stimmt, konnten wir nicht feststellen. Als wir nach ca. 1 1/2 Stunden wieder in unser Tuk-Tuk gestiegen sind, kamen sie noch immer aus der Hoehle raus - nicht mehr ganz so dicht, aber sie kamen immer noch raus!

Bild 16

Bild 17

 

Bild 18

Bild 19


Wir sassen ganz friedlich in unserem Tuk-Tuk und waren in Gedanken noch mit den Fledermaeusen beschaeftigt, als unser Tuk-Tuk zu stottern begann. Und blupp, blieb es einfach stehen. Unserem Tuk-Tuk ist doch tatsaechlich das Gas ausgegangen ! ! ! In all den Jahren, in denen wir herumreisen, ist es uns noch nie passiert, dass einem Tuk-Tuk das Gas ausgegangen ist. Zum Glueck hatten wir unser Handy dabei, so konnte Hilfe angefordert werden. Wir warteten geduldig und nach 45 Minuten nahte die Rettung. Ein zweites Tuk-Tuk kam herangeduest. Wir gingen davon aus, dass es eine Gasflasche mitbringen wuerde. Aber weit gefehlt. Dieses Tuk-Tuk hat unser Tuk-Tuk abgeschleppt (Bild 20). Wir haben uns koestlich amuesiert und unserem aelteren Ehepaar war dies ganz schoen peinlich. Wir hatten heute eine weitere Premiere erlebt: ein Tuk-Tuk, das ein Tuk-Tuk abschleppt! Dies sah ulkig aus. Logischerweise mussten wir ins vordere Tuk-Tuk umsteigen. Aber es ging noch weiter. Also, Tuk-Tuk schleppt Tuk-Tuk ab und ploetzlich ist das Seil gerissen! Wir konnten es kaum glauben - was erwartete uns heute noch alles? Aber zum Glueck ist das hintere Tuk-Tuk nicht umgekippt und es ist nichts passiert. Wie weiter? Kam nun ein drittes Tuk-Tuk mit zwei Abschlepp-Seilen und wir bilden einen Tuk-Tuk-Zug? Wir waren sehr gespannt. Nein, der Fahrer des zweiten Tuk-Tuk's hat dem aelteren Ehepaar sein Tuk-Tuk ueberlassen und sie haben uns ohne weitere Zwischenfaelle vor unserem Hotel abgeliefert. Dies war ein lustiger Ausflug.

Bild 20


Jetzt waren wir natuerlich hungrig und wir machten uns zu Fuss auf in Richtung "Rondell", wo wir einmal mehr sehr fein gegessen haben.

Neben der "Fruehstuecks-Story" und der "Tuk-Tuk-Story" haben wir noch weiter lustige Dinge erlebt. Wirklich jeder, der an uns vorbeigefahren ist, hat zweimal hingeschaut, uns zugewunken, gerufen, gehupt etc. etc. Soviel Aufmerksamkeit wie heute, haben wir noch nie bekommen. Selbst ein Polizist, der auf seinem Motorrad an uns vorbeigefahren ist, hat uns zugerufen. Es wuerde uns nicht wundern, wenn wir am naechsten Tag auf der Titelseite der Tageszeitung erschienen waeren!

 

 

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