Reisebericht Laos

06.03.2007

Thakhek

laotische Chinesische Mauer

Man soll den Tag mit einem ausgiebigen Fruehstueck beginnen. Dies haben wir heute morgen versucht, aber die Ausbeute war ein bisschen mager. Fuer Kip 12'000 gab es eine kleine Tasse Kaffee und zwei Toast mit Butter und Confi (Bild 1).

Bild 1


Die zweite Enttaeuschung kam, als wir versuchten ein Motorrad zu mieten. Die wollten doch glatt Kip 100'000.-- haben - und das waren wir nicht bereit zu bezahlen (in Thailand bekommen wir ein Motorrad fuer THB 150 - 200 und bezahlen keine THB 400). Wir disponierten um und beschlossen unseren Ausflug mit einem Tuk-Tuk vorzunehmen. Aber da kamen wir vom Regen in die Traufe. Der Tuk-Tuk-Fahrer wollte sage und schreibe USD 20.-- pro Person! Er ging dann noch runter auf USD 15.-- pro Person - aber auch darauf liessen wir uns nicht ein. Auch die Tuk-Tuk-Fahrer, mit denen wir danach noch verhandelten, wollten unverschaemte Preise. Aber nicht mit uns !

Kurze Lagebesprechung: was nun? Es gab nur eine Loesung: piede!

laotische Chinesische Mauer

Gesagt, getan. Frischfroehlich marschierten wir los. Aus der Stadt Thakhek raus und dann alles der Strasse Nr. 13 entlang (Bild 2).

Bild 2


Aber wonach suchten wir eigentlich? Ob Ihr es glaubt oder nicht: wir hielten Ausschau nach der laotischen "Chinesischen Mauer". Doch, doch. Diese gibt es tatsaechlich!
Nach 9 Km Fussmarsch (vom Mekong her gerechnet) das erste Gluecksgefuehl: hatten wir sie gefunden (Bild 3)? Es schien ganz danach auszusehen. Zumindest einen Teil davon. Aber wie kommt man da naeher ran? Wir kletterten die Boeschung rauf und auf der anderen Seite wieder runter (Bild 4). Schon befanden wir uns mitten im Urwald (Bild 5). Zum Glueck hatten wir unser Schweizer Sackmesser griffbereit - so konnten wir uns einen Weg durch den dicken Dickicht schlagen . . . Nach einer Weile gaben wir auf - dies schien nicht der richtige Weg zu sein. Also zurueck auf die Strasse.

Bild 3

Bild 4

Bild 5


Da sich langsam so etwas wie Muedigkeit breit machte (nach dem Gewalts-Fruehstueck und den sehr heissen Temperaturen) machten wir kurzerhand Autostopp. Fuer die naechsten 2 Km durften wir auf diesem Gefaehrt mitfahren (Bild 6). Die beiden waren sichtlich stolz, Farangs als Mitfahrer zu haben (Bild 7).

Bild 6

Bild 7


Beim KM-Stein 7 (ab Thakhet) bzw. nach 11 Km ab Mekong haben wir das Fahrzeug wieder verlassen. Und siehe da, wir hatten ein groesseres Stueck der geheimnisvollen Mauer gefunden! Deswegen "geheimnisvoll", weil man weder etwas ueber die Erbauer, den Sinn und insbesondere ueber die Technik des Mauerbaus weiss. Mauern, die so hoch und maechtig sind, dass man sich auch als modern aufgeschlossener Mensch fragt: WIE haben die Erbauer diese mehrere Tonnen schweren Steinquader transportieren koennen.

Bei dieser "Mauer" handelt es sich um ein seltsames Felsgebilde von bis zu 30 Meter Hoehe und einer Breite an der Mauerkrone von knapp ueber einem Meter. Die erhaltenen Einzelsegmente weisen auf eine einstige, geschaetzte Gesamtlaenge von mehreren Kilometern hin (Bild 8 und Bild 10).

Das Ganze scheint aus einzelnen, maechtigen Steinquadern aufgeschichtet zu sein (Bild 9). Die Einheimischen haben dafuer eine simple Erklaerung bzw. Legende parat: Die Mauer ist ein Werk der einst hier lebenden Riesen, den "Khon Paeaet Sook" (= Acht-Ellen-Menschen). Sie erbauten mit ihren ungeheuren Kraeften die grosse Mauer. Den Riesen wird auch die Herstellung der Riesentoepfe in der Ebene der Tonkruege zugeschrieben.

Bild 8

Bild 9

Bild 10


Nun hatten wir die Mauer von Laos gesehen. Also hiess es jetzt, die ganzen 11 Km wieder zurueckzugehen. Wir haben kurzerhand ein Sammeltaxi angehalten, das in Richtung Thakhek unterwegs war. Etwa 2 Km von unserem Hotel entfernt mussten wir aussteigen, da es in eine andere Richtung weiterfuhr. Aber auch die letzten 2 Km bis zu unserem Hotel haben wir noch locker hinter uns gebracht!
Aber auf die Dusche im Hotelzimmer haben wir uns schon riesig gefreut!

 

 

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