Reisebericht Kambodscha

31.01.2007 Teil 2

Siem Reap

Angkor Thom
Himmlische Palast
Ta Keo
Ta Prohm

Aber Angkor besteht nicht "nur" aus dem Angkor Wat. Nein, bei weitem nicht. Geographisch betrachtet, umfasst der Begriff "Angkor" eine Flaeche von 232 qkm!

Angkor Thom

Die Stadttore von Angkor Thom sind einen zweiten Blick wert (Bild 10). Es gibt 5 davon. Vier sollen die Himmelsrichtungen symbolisieren und befinden sich jeweils in der Mitte zwischen den Eckpunkten der Mauer. Die Strassen, die durch sie hindurchfuehren, schneiden sich genau im Zentrum von Angkor Thom, wo der Bayon steht. Das fuenfte Tor, das Siegestor, liegt an der Ostseite, auf Hoehe der Elefantenterrasse.
Jedes Eingangstor ist mit einem 23 Meter hohen Turm ueberdacht. Von diesem Turm blicken vier gewaltige Gesichter herunter (Lokesvara); das unverkennbare Symbol aller unter Jayavarman VII. errichteten Bauwerke. Die untere Haelfte des Turmes stellt einen Elefanten dar, der mit seinem Ruessel Lotusblumen pflueckt. Indra, ein hinduistischer Kriegsgott, sitzt auf dem Dickhaeuter und haelt einen Blitz in der Hand. Auf jeder Seite sitzt eine himmlische Nymphe.

Die Errichtung des Bayon begann etwa 100 Jahre nach der Fertigstellung Angkor Wats. Er ist ein architektonisches Meisterwerk. Verschachtelte Galerien, filigrane Flachreliefs und ein Chaos an verwinkelten dunklen Raeumen mit Buddhareliquien ziehen die Besucher an. Am beeindruckendsten jedoch sind die 216 gewaltigen Fratzen (Bild 11), von denen jeweils vier Gesichter von 54 Tuermen in je eine der vier Himmelsrichtungen blicken (Lokesvara).

Bild 10

Bild 11

Himmlische Palast

Auch der "Himmlische Palast" (Phimeanakas) sollte den Berg Meru darstellen.
(Meru ist ein heiliger Berg; Sitz der Goetter, Zentrum der Welt im hinduistischen Glauben)
Die Basis misst 35 mal 28 Meter. Die drei terrassenfoermigen Aufbauten aus Laterit sind 23 Meter hoch. Das Heiligtum, das auf der obersten Terrasse steht, ist aus Sandstein und schliesst mit einem Prasat ab. Dieser wurde von einem Chinesen im 13. Jahrhundert wie folgt beschrieben: "Aus dem Palast erhebt sich ein goldener Turm, zu dem der Koenig jede Nacht emporsteigt, um zu schlafen". Selbstverstaendlich kletterten wir auch zur Schlafstaette des Koenigs hinauf (Bild 12 + Bild 13).

Bild 12

Bild 13


Zwischendurch goennten wir uns eine Pause vom Klettern (Bild 14).

Bild 14

Ta Keo

Ta Keo ist ein typischer Tempelberg der Angkorperiode (Bild 15). Er besteht aus fuenf sich nur wenig verjuengenden Stufen, wodurch sich die Besteigung sehr steil und anstrengend gestaltet (Bild 16 und Bild 17). Er ist der erste, bis auf das Fundament vollkommen aus Sandstein errichtete Tempel. Er hat eine Hoehe von 50 Metern. Auf dem obersten Plateau stehen fuenf Tuerme, die in alle vier Himmelsrichtungen offene Tueren haben und in der Quincunxstellung angeordnet sind.
(Quincunx = Anordnung von 5 Dingen, wobei 4 die Ecken markieren und eines das Zentrum bildet)
Mit dem Bau dieses Tempels wurde Ende des 10. Jahrhunderts begonnen.

Bild 15

Bild 16

Bild 17

Ta Prohm

Ein weiterer faszinierender Tempel ist der Ta Prohm. Bei diesem Tempel wird einem bewusst, wie vergaenglich die Werke der Menschen sind und wie gewaltig die Macht der Natur ist. Wie Tentakeln von riesigen Kraken umarmen die maechtigen Wurzeln der Urwaldriesen die Tuerme, Fassaden, Portale und Mauern dieses Bauwerkes (Bild 18 und Bild 19). Sie sprengen selbst die dicksten Waende, doch bewahren sie sie durch ihre Umklammerung auch vor dem Einsturz. So sind diese Urwaldriesen gleichzeitig Zerstoerer und Erhalter in einem.
Ta Prohm bedeutet "Alter Brahma". Dieser Flachtempel wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Er war keine Nachbildung des Meru, sondern hatte die Funktion eines buddhistischen Klosters. Im Innenbereich lebten 18 hohe Priester, 2700 Moenche, 600 Taenzer und 12'000 Bedienstete.

Wir kamen uns ziemlich winzig vor neben all diesen Urwaldriesen (Bild 18).

Bild 18

Bild 19

 

 

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