Reisebericht Kambodscha

28.01.2007

Kompong Thom

Phnom Santuk
Sambor Prey Kuk

Nachdem wir den ganzen gestrigen Nachmittag mit den Motorradfahrern verhandelt hatten, und sie partout nicht auf unseren gebotenen Preis eingehen wollten, gelang es uns heute morgen problemlos ein Motorrad zu mieten. Wir hatten eh zwei Tage in Kompong Thom eingerechnet und standen daher nicht unter Zeitdruck. So spazierten wir heute morgen desinteressiert im Staedtchen herum, und schon bald hatte uns einer sein Motorrad zu einem akzeptablen Preis vermietet.

Mit diesem flitzten wir dann frohgelaunt los (Bild 1).

Bild 1


Unterwegs fuhren wir bei einem Steinmetz vorbei. Interessiert verfolgten wir die Arbeiten und konnten sehr gut den Werdegang einer Buddha-Statue dokumentieren (Bild 2 - Bild 4).

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Phnom Santuk

Unser eigentliches Ziel war jedoch der Phnom Santuk. Dieser befindet sich 18 Km von Kompong Thom entfernt. Schon das Eingangstor liess erahnen, dass es sich um einen speziellen Berg handeln musste (Bild 5). Phnom Santuk wird auch "der heilige Berg" genannt. Die Einheimischen klettern auf einen bestimmten Felsen (selbstverstaendlich ohne Schuhe) und werfen Muenzen in eine Felsspalte hinunter (Bild 6). Dabei wuenschen sie sich etwas. Der ganze Berg ist uebersaet mit grossen und kleinen Heiligtuemern. Liegende und meditierende Buddha's, Stupa's, ein Fussabdruck Buddha's und ein 20 Meter hoher Schirm, dessen 9 Stufen den Weg ins Nirvana symbolisieren (Bild 7). Dies ist der groesste dieser Art in Kambodscha. Die Heiligtuemer ziehen am Wochenende viele Einheimische an.
Bevor man jedoch den herrlichen Ausblick von diesem Berg geniessen kann, muss man 809 Stufen erklimmen - oder man macht es wie wir, man faehrt mit dem Motorrad hinauf . . . Oder, was viele Einheimischen machen, man laesst sich von Traegern in einer Art Haengematte die Stufen hinauf tragen!

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Sambor Prey Kuk

Die Anfahrt nach Sambor Prey Kuk, unserem naechsten Ziel, fuehrte uns durch tiefste kambodschanische Provinz. Ueber staubige Strassen (Bild 8), durch idyllische Doerfer mit freundlichen Einwohnern und an palmengesaeumten Feldwegen vorbei. Einmal mehr gewannen wir einen Einblick in das einfache Leben der Dorfbewohner. Wir beobachteten sie beim Waeschewaschen (Bild 9), bei der Arbeit im Schlamm (Bild 10), . . .

Bild 8

Bild 9

Bild 10


Sambor Prey Kuk, die versunkene Stadt im Urwald. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert existierte hier die bedeutendste Hauptstadt des Chenla-Reiches mit dem Namen Isanapura. Damals waren die Tempel die groessten Bauwerke aus Stein in Suedost-Asien.

Mit etwa 35 Metern ist Prasat Tor (Loewenturm) der hoechste Ziegelturm aller hier freigelegten Heiligtuemer (Bild 11). Er hat seinen Namen von den zwei Loewen, die seinen Haupteingang flankieren.

Prasat Yeay Puon ist die schoenste Tempelanlage von Sambor Prey Kuk. Die Heiligtuemer sind umgeben von zwei Aussenmauern. Imposant ist der Zugang von Westen her, wenn man durch die verschiedenen Tore schreitet (Bild 12). Im Innengelaende erhebt sich aus lichtem Laubwald das zentrale Heiligtum, ein ca. 30 Meter hoher Ziegelturm, der auf einer kleinen Sandsteinterrasse steht. Er war dem Hindu Gott Shiva geweiht. Ihn umgeben sechs kleinere ca. 3 - 4 Meter hohe Ziegeltuerme, die zum Teil noch sehr schoene Verzierungen aufweisen. Wie ueblich wurden auch diese Heiligtuemer durch das Pol Pot Regime zerstoert.

Von diesem Tempel sieht man nicht mehr viel. Er wird liebevoll von einer Wuergefeige im Arm gehalten (Bild 13). Die Natur holt sich zurueck, was ihr einmal gehoert hat.

Die Tempel von Sambor Prey Kuk sollen bei weitem nicht so maechtig sein, wie diejenigen in Angkor. Dies laesst uns noch neugieriger auf Angkor werden, als wir es bisher schon waren.

Bild 11

Bild 12

Bild 13

 

 

Impressum
Rechtliches

Copyright Reiner